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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1845-01-01 · 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845) · p. Seite 176

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
Date
1845-01-01
Page
Seite 176 (sequence 245)
Language
German
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176 'Ephraim Neubl. ein wenig die Fenster zerschlagen?" fragte der Schlagnitweit mit jener mittelalterlichen Rohheit, die jede Mißhandlung, jede Bedrückung eines geknechteten Volkes für erlaubt, ja wohl gar für ein verdienstvolles Werk hielt. „Was fallt dir ein," versetzte Thomas, der in seiner acht österreichischen Gutmüthigkeit durchaus nicht gewillt war, irgend Jemanden das Geringste zu thun, „leben und leben lassen, so halte ich's. Warum denn die armen Leute in Angst versetzen, was sollen zittern die da drinnen, da wir doch selbst heute einen guten Tag hatten." Schlagnitweit stand von seinem Vorhaben ab; nicht weil die humane Ansicht seines Freundes ihm eingeleuchtet hatte, sondern weil er's nicht der Mühe werth fand, über einen Juden viel Worte zu verlieren. Sie Se Hütten erreicht und Thomas klopfte an eines der niedern Fenster. Gleich darauf erschien ein alles grundhäßliches Weib und fragte demüthig um der gnädigen Herren Begehren. „Wohnt hier Ephraim Reubl?" fragte Breitner, seinen Gaul strichelnd. Das Weib zeigte auf das Haus gegenüber. „Seid bedankt, Muhme Sara, und der Himmel erhalle Euer holdselig Antlitz," rief der Schlagnitweit und folgte mit seinem Gefährten der angedeuteten Richtung. Beide stiegen vom Gaule und banden die stampfenden Thiere an den nächsten Baum, dann polterten sie ungeduldig an die Hausthnre und riesen mit lauter Stimme um Einlaß. Ein kleiner Junge, mit seinen orientalischen Zügen, öffnete, und sah mit den dunklen scheuen Augen auf die beiden Männer, die unverzögert mit klirrendem Tritte in die Hausflur traten, während Schlagnirweit den Jungen fragten „Ist Dein Vater zu Hause, Bube!" „Nein, gnädigster Herr,"' versetzte der Knabe, „der Vater ist gen Wien gezogen zum Arzte, da die Mutter leidet an einem harten Gebreste und im Hinterstübchen liegt." „Ist deine Schwester zu Hause!" fragte Thomas? „Regina!" gegenfragte der Junge verwundert, indem er sich vor die Thür der Stube stellte, „was wollt Ihr von

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