Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 244)
- Language
- German
- Belongs to
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Ephraim Reu bl. 175 mix aber ist Gott -Bachus ein langweiliger Schlemmer, so sich nicht Frau Venus mit ihm paart. Wären nur ein paar hübsche Muhmen im Hause gewesen, so batten wir sie aus den Schooß genommen, das alte schone Lied „rothe Rose, Feigelblüth" angestimmt, und Gorr's Donner! Zunge, es hätte ein Seelengaudium gegeben. Ich babe auch nichts gegen einen Kuß in Ehren, versetzte Tbomas pfiffig lächelnd, aber, da es nun einmal nicht möglich war, so müssen wir denn schon mit dem Rebenblute vorlieb nehmen. Aber halt! gar so unmöglich wäre es denn doch nickt, daß wir beute geküßt einritten in die verwitterten Tbore der alten Fabiana. „Wie meinst Du das!" fragte Dietber aufborchend. „Du weißt," nahm Thomas das Wort, „daß der sehr gelebrte Herr Dr. Garberius ein ganz absonderliches Studium aus die hebräische Sprache verwendet. Da ich nun unlängst den Alten besuche, finde ick bei ihm einen Juden, der ihm an die Hand gehr beim Jnterpretiren der alten Mosesbücher; wir reden zusammen, und so erfahre ich denn, daß er Ephraim Reubl heiße und aus Nußdorf sei. Wie der Jude sick entfernt, erzählt mir der Docror, daß derselbe nicht blos ein guter Sprachkenner sondern auch der Vater eines lieblichen Töckrerleins sei, welches an Anmuth seines Gleichen suche im Lande." „Und wir sind bereits in Nußdorf!" rief Dierber. auf des Gefährten Gedanken eingebend. „So ist's," meinte Vreitner, „und wir wollen 'unser Glück versuchen bei der schonen Jüdin." Sie batten die ersten Hütten des damals böchst armseligen Dörfleins erreicht, welche vom Schnee überwölbt kaum sichtbar wareu zwischen den Geländern und Felsen des Ufers. Neben den Weinbauern und Holzschlägern batten sich hier des Gewinnes wegen einige Judenfamilien angesiedelt, um die ersten zu fein, welche mir den von Passau und Regensburg kommenden Kaufschiffen verkebrren. Abseir von den andern standen ihre schlechten, niedern Häuser, kein Rauch stieg aus den beschneiten Schornsteinen und tiefes Schweigen herrschte ringsum, als die beiden Reiter auf die Thür des ersten Hauses zuklepperten. „Könnten wir nicht dem Juden das Thor einreiren und ihm