Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 202)
- Language
- German
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Das hohe Lied. m Das Volk, das Du befreit, Führst es beschirmend fort Zu deinem heil'gen Ort. Es hören's die Völker und beben, Philister, der Angst ergeben) Mit Edom's Fürsten allen Hat sie Zittern und Zagen befallen. Todesangst erfaßt die Tupfern der Moabiten Hinweggeschmolzen sind die Kananiten. *5 Laß fallen Furcht auf sie unv Schrecken Vor Deines Arms Gewalt sie decken! Laß sie sein Starr wie ^ein, Bis daß Dein Volk, Jehovah, durchgegangen 60 Dein Dir erkauftes Volk hindurchgegangen! Bring' es herein! Pflanz es ein Aus Deines Erbes Berg, den Du gemacht Zu Deiner Wohnung, Herr, voll Heiligkeit und Pracht. 65 Gott ist ein König alle Zeit Von nun an bis in Ewigkeit! Pharao zog in's Meer Mit fftnem Heer) Mit Rossen und Reitern 70 Mit Wagen und Streitern Ließ der Herr ihn sinken in's Meer. Doch Israels Kinder die schritten Durch des Meeres Mitten Trocken einher! — Das Faktum auf das sich dieses herrliche Lied (II. Mos. 15, 1—20} bezieht, ist zu bekannt, als daß ich noch mit einem Worte davon sprechen sollte. Indem ich es an den wenigen angeführten Proben althebräischer Poesie genügen lasse, schließe ich diesen Brief und werde Ihnen in einem letzten Briefe nur noch einige Uebersetzungen n e u hebräischer Gedichte zukommen lassen. Siebenter Brief. Wie ich bereits am Ende meines vorigen Briefes bemerkt habe, wende ich mich jetzt von der althebraischen Poesie ab, obgleich noch so manche Gedichte meine Uebersetzungslust anregen und wecken; denn ich kann unmöglich jetzt daran denken, in diesem Felde etwas Erschöpfendes zu leisten und als Anregung dürste das Mitgetheilte genügen. — Die neuhebräische Poesie hat einen entschieden andern Charakter als die alte, diese war Dichtung in einer lebenden Sprache, jene ist es in einer tobten, nicht mehr von einem Volke gesprochenen, sondern nur von Einzelnen, leider Wenigen, eben nur den Dichtern und