Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 180)
- Language
- German
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Das hohe Lied. 111 verschaffte durch die ihr beigegebene Vorrede von dem anerkannt tiefen und gründlichen Kenner jüdischer Literatur, Dr. Zunz, mir von der Neuheit meiner Ansicht die Ueberzeugung, die ich bei meiner Unbekanntschast ntit dem bei weitem größern Theile der Erklärer nie hätte gewinnen können. Die so gewonnene Ueberzeugung aber berechtigt mich zur Veröffentlichung meiner während der Beschäftigung mit dem hohen Liev entstandenen Nachbildung. Alles, was zur Uebersicht und Rechtfertigung meiner Anordnung und Uebersetznng — worin meine Erklärung sich zeigt— unumgänglich nothwendig schien, habe ich in Diesem Briefe an Dich für Kenner, Die prüfen wollen, zur Genüge dargelegt. Um mich aber in Der Arbeit selbst allen Räsonnements zu enthalten, von dem ich fürchten mußte, Daß es gerade die für die Schönheit des Idylls am empfänglichsten Seelen zurückschrecke , wählte ich für die Mirtheilung Die Fornr von Briefen an eine Dame. Daß ich voll einigen Hebräischen Poesien ältern und jüngern Datums, wie sie mtr gerave zur Hanv waren, Ueberfetzungen, meist aus früheren Jahren beigefügt, bedarf wohl keiner Rechtfertigung. — Und so nimm denn diese wenigen, doch köstlichen Blüthen, die, wie ich hoffe, ihren ursprünglichen Duft durch das Verpflanzen aufdeutschen Boden nicht ganz eingebüßt haben werden, nimm sie von mir, lieber Heinrich, als Zeichen meiner Freundschaft. Der Deine Strelitz im Juli 1844. Vaniel Sanders. Nachschrift. Umbreit's „Lied der Liebe," Heidelberg 1828, habe ich so eben noch erhalten und gelesen, kann mich aber mit seiner Auffassungsweise nicht einverstanden erklären, abgesehen davon, daß er viele Stellen ohne allen Grund als Traum faßt, läßt er es z. B. dem Liebenden, dem Salomo die Geliebte entführt, durch die trübe Wolke schmerzlicher Trennung noch als stille Freude leuchten, daß der liebliche Duft seiner Narde bis zum Harem des Königs gedrungen sey! —