Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 146)
- Language
- German
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74 Geschichte der inen in der Urkunde standen, von dem Verdachte reinigen. Bestanden diese nur aus Juden, so mußten sie nach jüdischen Gesetzen schwören, er aber dennoch den vierfachen Werth des Gutes bezahlen, das als Gestohlen in Anspruch genommen wurde. Konnte er weder der Sache vorigen Besitzer anzeigen, noch seineu Kauf durch eine Schrift beweisen, so wurde nach dem Laudesgesetze mit ihm verfahren, und er bezahlte den zwölffachen Werth der Sache*). So drückend nun auch diese Bestimmungen erscheinen, so hatten sie doch zu ihrer Zeit unfehlbar den Nutzen, daß sie dem Rechtschaffenen Mittel und Vorsichtsmaßregeln an die Hand gaben, sich mancherlei Plackereien und Verdächtigungen (בלבולים ) zu entziehen. Drückender scheint die, dem Könige Bela zugeschriebene, Verlegung aller Märkte des Landes von dem Sonntage aus den Samstag, (Turocz P. II. c. 453, was indeß wahrscheinlich mehr Der christlichen Sonntagsfeier zu lieb geschah. Merkwürdiger Weise hat in neuester Zeit ein ungarischer Magnat nach dem Vorgänge des Königs Bela in einem Marktflecken als Grundherr den Markt auf den Sabbath verlegt, um die Juden auszuschließen. Unter den beschriebenen Verhältnissen mochten die Juden Des eilften Jahrhunderts mit ihrer geschlichen Stellung und ihren Rechtsverhältnissen nicht unzufrieden gewesen sein, und unter den neun Königen, welche in dem Jahrhunderte (1114 —1205*) nach dem Tode Kolomans herrschten, (Stephan II., Bela II., Geyfa II., Stephanlll., LadislavII., Stephan IV., Bela III., Emerich, Ladislav III.,) scheinen sie sich eines ungestört ruhigen Daseins erfreut zu haben. Wir vernehmen aus jener Zeit nichts von Judenverfolgungen in Ungarn, während die Chroniken der westlichen und nördlichen Länder viel blutige Geschichten zu erzählen haben. Wir erinnern unsere Leser nur an das Treiben des Mönches Rudolph am Rhein (1146); an die Raub- und Mordscenen zu Loebschütz (1163) Breslau (1226), Mecklenburg, Decret. Colom. Lib II., c. Z. Die berühmtesten indischen Gesehrten jenes Zeitraumes sind: R. Benjamin non Tudela der Reisende, R. Salomon Parchon, dessen Wörterbuch ein ungarischer Gelehrter, Hr. Stern aus Rechnitz, herausgegeben hat, und R. Moses M a i m o n i d e s (י(רמב״ם