Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 116)
- Language
- German
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42 Rückblick auf ungeachtet des §. 2. oes Grundgesetzes, berechtigt sein mögen, sich hier int Königreiche aufzuhalten. Aus Italien haben wir nur das eine Factum zu berichten, daß der König von Sardinien die Errichtung einer Wechselbank zu Genua dekretirt hat, mit dem Verbote, daß kein jüdischer Kaufmann an ihren Operationen Theil nehmen dürfe. Nicht ohne Anerkennung bemerken wir hier auch, daß Griechenland an die Spitze seines neuen Grundgesetzes die Worte gestellt hat: „Art. I. Die herrschende Religion ist die orientalische orthodore Kirche Christi; aber jede andere bekannte Religion ist erlaubt und ihre kirchlichen Gebräuche sind ungehindert. Der Proselytismus ist verboten". Mit Beziehung auf den vorigen „Rückblick" bemerken wir gern, daß durch die Vermittlung des englischen, österreichischen und toscanischen Gesandten die Pforte durch einen Firman festgestellt hat, welche verhältnißmäßige Preise von den türkischen Juden für die Bestattung europäischer Glaubensgenossen zu erheben seien. Im verflossenen Jahre fand das seltene Ereigniß statt, daß der junge Sultan eine Reise in die Provinzen seines Reiches machte. Aus dieser Reise hat der Sultan sich auch gegen jüdische und christliche Rajah's sehr freigebig gezeigt. Unter Anderem hat der Sultan zu Smyrna der jüdischen Schule, so wie den drei Schulen der anderen Konfessionen, eine beträchtliche Summe geschenkt. Die in diesem Jahre vollendete Volkszählung der Hauptstadt des Reiches ergab 900,000 Einwohner, worunter 100,000 Juden. Nicht unerwähnt bleibe es hier, daß in C an ton, in China, sich mehre englische Israeliten niedergelassen haben. Auch in diesem Jahre hallte der traurige Schrei von Damaskus im Oriente noch einmal wieder. Vergangene Ostern verschwand in C a ir o ein junger Christ, Namens Michel Bahum; man hatte ihn zuletzt im Judenquartier gesehen, in Folge dessen verbreitete der Aberglaube, die Juden hätten ihn ermordet, um mit seinem Blute die ungesäuerten Brote zu bespritzen. Mehemed Ali wurde von den Juden gebeten, der grausamen Verleumdung ein Ende zu machen -, Seine Hoheit befahl demgemäß