Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 117)
- Language
- German
- Belongs to
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das Jahr 1844, 43 dem Gouverneur von Cairo, den jungen Manu unverzüglich aufsuchen zu lassen. Auch die Juden boten Alles zu diesem Zwecke auf, doch lange vergebens. Erst vor einiger Zeit erklärte sich ein Gneche bereit, gegen eine bedeutende Smnme den jungen Mann zu bringen und wirklich hielt er am 13. August sein Versprechen. Derselbe hatte, als er verschwand, eine Stelle aufgegeben, die er bis dahin bekleidet, Einiges im Judenquartiere verkauft und sich nachher in dem Kloster St. Antonio verborgen gehalten. Schrecklich war das Schicksal der Juden in den marokkanischen Städten, welche im verflossenen Jahre die Franzosen bombardirt haben, Tanger und Mogador. Die letztere Stadt wurde von den maurischen Soldaten verlassen und mm stiegen die wildesten Banden vom Gebirge herab, um die Stadt zu plündern. Die Juden vertheidigten sich tapfer in ihrem Quartiere, aber endlich unterlagen sie der Gewalt und wurden nun die Opfer der scheußlichsten Grausamkeiten und ihre Habe gänzlich vernichtet. Der Kaiser von Marokko ertheilte ihnen, nachdem der Frieden wieder hergestellt worden, ein Geschenk von 10,000 Ducaten und in London wurde durch Sir Moses Montefiore eine Kollekte veranstaltet, die an 3000 L. St. eintrug. Ein immer regeres Leben entwickelt sich für das Judenthum in Amerika und eröffnet dieses Land ihm jedenfalls eine große Zukunft. Ueberall bilven sich neue Gemeinden, z. B. im verflossenen Jahre zu M o n t r e a I, in Kanada, eine neue, vom deutschen Ritus, neben der alten in Cincinnati, inMobil e, in Montegobay, auf Jamaica; an alten diesen Orten, wie in New-Orleans, sind Synagogen im Baue begriffen. Dabei regt sich in sehr vielen Gemeinden der religiöse Sinn kräftig und eine große Menge Schulen und Neligionsklassen entstehen, ja Chorgesänge und Konfirmation sind mehrfach schon eingeführt. Es fangen jüdische Geistliche in Amerika an, sich um die religiösen Angelegenheiten zu bemühen und eine jüdische Monatsschrift „Ille Occidcnt“ erscheint in Philadelphia, die guten Fortgang findet. Besonders ist noch der wohlthätige Siml der americanischen Juden hervorzuheben, der außerordentlich viel Barmherzigkeitsanstalten ins Leben ruft und sich namentlich all beit ausgezeichneten jährlichen Stiftungsmahlen dieser Anstalten belebt,