Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 93)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2609281-3184082--0894-3185004- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
das Jahr 1844, 19 Jahren zu ihrem Synagogenbau 800 st. aus der Staatskasse -verabreicht wurden, erhielt zu einem zu erbauenden Schulhause und einer Rabbinats-Wohnung 500 fl. Irr Würtemberg sind jetzt bereits sechs israelitische Rechtskonsulenten und ein israelit. Oberjustizprokurator. Auch Aerzte von anerkannter Geschicklichfeit haben wir mehre und für Architektur bilden sich auch mehre israelit. Jünglinge. — Die Israeliten in Oldenburg besitzen bereits die meisten bürgerlichen Rechte, und es bedarfnur noch eines Schrittes um diesen Staat denen anzureihen, die ״die Judenfrage" beseitigt haben. Unter den 70 —80 israelitischen Familien finden sich verhältnißmäßig verschiedene Handwerker, und mehre mit den besten Zeugnissen aus dem Militärdienste entlastsene Individuen. Die Regierung hat nun auch kein Bedenken getragen vor etwa zwölf Jahren einen Israeliten als Militairarzt em Offizierrang, einen andern der zwölf Jahre Militair gewesen — Feldwebel — vor fünf Jahren als Kopisten bei einem Großherzoglichen Landgericht, und jetzt einen dritten als Turnl eh rer — vielleicht der erste und einzige Falt in Deutschland — anzustellen. — Jedermann weiß, daß in dem, dem Könige von Holland als Großherzog gehörigen Lu rem bürg die Jsraeütell völlig emanzipirt sind. Dies legt sich denn anch immer wiederholt in Thatsachen dar. Der Staat gibt dem dortigen Rabbiner die Summe von 1000 fl. jährliche Besoldung, die Stadt an 500 fl. zur Erhaltung der israelitischen Schule. Als Seine Majestät neulich Luremburg besuchte, erwiederte er auf die Beglückwünschung des Oberrabinen und des Vorstandes: ״Sie wissen, daß nicht blos hier, daß auch in meinen Niederlanden viele Juden im Staatsdienste sind, und ich kann mich deshalb nur freuen. Sie haben sich immer als treue und bewährte Unterthanen und von jeher als die besten Freunde meines Hauses gezeigt. Meine Staaten w a r e n i h n e n i nrmer eine offene Zufluchtsstätte und sie haben sich auf's Rühmlichste dieser Wohlthat dankbar erwiesen." — Eben so aber ist die Gesinnung des Volkes beschaffen. In Sandweiler ist ein Israelit zrW zweiten Bürger- Meister gewählt worden; als der Staatsprokurator zu Mons,