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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1844-01-01 · 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844) · p. Seite 238

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
Date
1844-01-01
Page
Seite 238 (sequence 290)
Language
German
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IRI
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23B Das himmlische Echo dafür der Ueberzeugungsgrund in äußern Dingen aufgefuttden werden konnte, jedes für das Wahre, Gute und Rechte lebendig erwachende Gefühl, das in seiner unmittelbarsten und lautersten Reinheit den inner» Menschen bewegte, ward als ein Ausfluß aus dem Urquell alles Wahren, Guten und Edlen, als eine Geburt des Göttlichen, als eine Himmelstochter, als himmlische Stimme betrachtet, und das Zeichen das zufällig hinzutrat, als ein schwacher Wiederhall dieser Stimme, als himmlisches Echo angesehen. Wo diese innere Stimme sich vernehmen ließ, da wurde auch das Zeichen beachtet und man räumte ihm gerne eine Geltung ein. Wo aber diese innere Stimme verstummte, da ward auch das äußere Zeichen als ein Bedeutungsloses betrachtet und blieb als leerer Wiederhall unberücksichtigt. So war die Bath-kol, die den Tod des Moses in weiter Ferne verbreitete nur die durchdringende Stimme des Schmerzes über das Hinscheiden des großen Lehrers. Die Bath-kol, die für die Aussprüche oer H i l l e l'schen Schule entschied, und das Weh über die Thoraverächter ausstieß, die den Tod eines Menschen verkündete, die Stimme unmittelbarer Wahrheit, für die man keinen äußeren Beweisgrund aufsinden konnte. Die Bathkol, die jenen Walker zur Verzweiflung trieb war nur die Stimme der Angst, die jedes schuldbewußte Gemüth vernimmt. Auf gleiche Weise lassen sich die übrigen Stellen, die von Bath-kol-Aussprüchen erzählen, deuten und erklären. Eine gleiche Himmelsstimme war es, unter der in sinnvoller Weise in nachstehender Erzählung die Stimme eines reuigen und dadurch zum Mitleid erwachten Gemüthes personifizirt wird. Als einst ein Kalb zur Schlachtbank geführt ward, habe dasselbe zum R. J ud a, der vor der Thüre gesessen, sich geflüchet, den Kopf in dessen Schooß gelegt und bitterlich geweint. R. Juda aber, kein Mitleid fühlend, sagte: Gehe hin, denn dazu bist du geschaffen. Da habe sich eine Stimme vom Himmel vernehmen lassen, die da sprach: Weil er so unbarmherzig ist, sott er mit Krankheit behaftet werden.

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