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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1844-01-01 · 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844) · p. Seite 191

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
Date
1844-01-01
Page
Seite 191 (sequence 244)
Language
German
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Talmud und Midrasch. 191 er, der Verdacht kommen, daß er ungerecht richtet?" „Wohlan," erwiederte er, „wenn Jemand etwas Tadelnswürdiges von mir in Erfahrung gebracht, so sage er es mir." Und sie sagten: „Wir haben gehört, daß du deinem Winzer (der für seine Arbeit einen bestimmten Theil des Ertrages erhielt) seinen Theil an den Rebstöcken vorenthalten." Worauf R. Huna: „Der hat mir selbst kaum etwas gelassen, das Meiste hatte er schon früher für sich weggenommen." Und sie versetzten darauf: „Da haben wir das Sprüchwort: Auch wer den Dieb bestiehlt, erfährt, wie das Stehlen schmeckt." „So will ich ihm," sagte jener, „den betreffenden Theil gebew" Einige erzählen, daß darauf der Essig wieder zu Wein geworden, Andere hingegen, daß der Essig im Preise gestiegen, und so theuer wie Wein verkauft worden sei. 5- Die Macht des Zeitgeistes. Rab Aschi nahm sich heraus von den drei Königen (Jerobeam, Achab und Menascheh), die ihr Seelenheil verwirkt, in einem unehrerbietigen Tone zu sprechen. Da erschien ihm Menascheh im Traume, und beschämte ihn durch Ueberlegenheit in der Gesetzkunde. Erstaunt fragte der Rabbi: „Wenn du so gelehrt bist, warum hast du dich dem Götzendienste ergeben?" „Hättest du in unserer Zeit gelebt," war die Antwort, „würdest du den Zipfel deines Mantels zusammengenommen haben, um den Abgöttern nachzulaufen und deine Huldigung darzubringen." Sanhedrin f. 102, b. Um mit dir zufrieden sein zu dürfen, mußt du —was eben die schwierigste Aufgabe — von den Modesünden, von den herrschenden Lastern deiner Zeit dich frei zu halten wissen, und genügt es nicht, wenn der Vergleich mit einem Kinde der Vorzeit in irgend einer Beziehung zu deinem Vortheile ausfällt.

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