Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 153)
- Language
- German
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Pia (lesidcrin. 95 unpassend erscheinen, die letzter» so wie die ersteren in zeitgemäßer Auswahl zu sammeln, und zum Gebrauche für israelitische Schulen so wie für die Privatcrziehung zu verwenden. In jenen könnten sie als Stoff zu kalligraphischen Vorlegeblättern und Dictandoübungen, in diesen als Anknüpfungspunkt belehrender Erzählungen und Unterredungen benützt werden. Auf solche Weise könnte ein Schatz von Tkefsinn und praktischer Lebensweisheit vor dem immer bedrohlicher» Untergang errettet, und der kommenden Generation erhalten werden. Daß übrigens eine solche Sammlung auch für die Geschichrs- und Alterthumsforscher, so für alle, die an näherer Beleuchtung jüdischer Volksthümlichkeit Antheil nehmen, besonderes Interesse haben müßte, geht wohl von selbst hervor. 0. Mehr Ungemach und mehr Freude für unsere Jugend! So seltsam auch die Ueberschrift Manchem klingen mag, so spricht sie doch einen erkannten tief gefühlten Wunsch aus. Unsere Jugend wird namentlich in den untern Ständen, aus übel verstandener Zärtlichkeit der Eltern, zu sehr verweichlicht und eines der Hauptziele einer guten Erziehung, ein starker abgehärteter Körper für sie zu wenig ins Auge gefaßt. Ein Beispiel mag statt vieler anderer genügen. Bei übler Witterung ist die Frequenz der israelitischen Kinderbewahranstalt weit geringer als bei guter, und manche Eltern, die ihre Kinder nur über den Weg zu schicken habe, unterlassen dieses aus Furcht, daß sie nasse Füße bekommen, und erkranken könnten, andere aber, um dem vorzubeugen, tragen die 4 bis Sjahrigen Kinder in die Anstalt. Dergleichen wird in den andern Kinderbewahranstalten nicht vernommen, und doch ist dort der Gesundheitszustand im Ganzen eher besser, und das Aussehen kräftiger. Einsichtigere Eltern unter uns haben diesen Uebelstand allerdings erkannt; sie suchen ihre Kinder nicht nur vom frühesten Alter an auf alle mögliche Weise abzuhärten, namentlich durch kaltes Waschen und Baden, sondern sind auch bedacht, daß der Körper Stärke und Gewandtheit durch aller-