Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 182)
- Language
- German
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100 Vorwort. dern Reiz verlieh, und ursprünglich gewiß der Wahrheit ihre Eindringlichkeit sicherte, schon desiwegm, weil es das Gemüth wehr anzog und die Aufmerksamkeit mehr fesselte als der abstracto Begriffs); die fremdartigen Beziehungen, die uns nicht mehr ganz zugänglich sind * *) **); in vielen Fallen selbst das Mißgeschick der spätern Sammler, die die Hagadoth vom Hörensagen inne hatten, den Lieferen Sinn oft selber nicht mehr faßten, und sie willkührlich an einander reiheten und durch ihre eigenen Zusätze und Auslegungen bereicherten, wie sich das aus den Parallelstellen ergibt; — ***) alle diese Umstände haben mehr oder weniger dem Aberwitze und der sagt dir, daß dein Blut das röthere sei, vielleicht ist seines röther?" (Pesachim 25. b.) Geschlechtsverhältniffe werden in der Regel immer symbolisch bezeichnet, und immer das Bild für die Sache substitnirt. *) „Rabbi predigte, und das Volk schlief ein, da wollte er sie wecken und munter machen, und erzählte ihnen eine Geschichte: In Aepypten war eine Frau, die gebar in einer Stunde 600000. Das Volk ward wach und munter, und man rief von allen Seiten: und wer war das? Und er sprach: „Das Weib war Jochebed die Mutter unsers Lehrers Moses, die gebar einen Sohn, der wog die 600000 Männer auf in Israel! „Midr. z. Hohenliede 4,1. Der Fall kommt öfter vor. Midrasch zu Esther Fol. 86. b. wird von R. Akiba ein Gleiches erzählt, vergl. Ber. R. zu Chaje Sara im Eingänge. Namentlich die politischen Beziehungen, denen gar viele Parabeln und Hyperbeln ihre Entstehung verdanken. In diese Elaste gehören einige der R. bar bar Chana zngeschriebenen Allegorien; besonders aber die Erzählung von dem „Streite zwischen Sonne und Mond" — Chnlin 60. b. ***) Man vergleiche zum Beispiel die Sage von der Mucke, die Titus verfolgte , ein Bild der inneren Unruhe und des nagenden Vorwurfs, die summende Fliege der Jo, — in ihren unter sich verschiedenen Wiederholungen—Midrasch zu Bereschit Abschnitt 10.; zu Wajikra, Achre Mot Abschnitt 22 — mit der bekannten Erzählung in Gittin 56. Oft ging die Hyperbel in die historische Tradition über; vergl. die eben angeführte Stelle ans Midr. Schir haschirim mit Raschi zu 2. B. M. 1.7.