Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 107)
- Language
- German
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T berühmter Zeitgenossen. 109 Obwohl nun schon die angeführten Werke unfern Lesern einen Begriff geben von der außerordentlichen Thätigkeit dieses Mannes, zumal wenn wir hinzüsetzen, daß er im Durchschnitte täglich S — 10 Stunden die Zugend unterrichtete, daß er daneben in mehreren Gesellschaften zu Zeiten Vorträge hielt, daß er selten die Arbeiten der Loge, deren Mitglied er war, versäumte, daß er mehrere Jahre den Hammer führte, daß er alle 3 — 4 Wochen, und an Festtagen häufiger, predigte, daß er jährlich die Confirmanden vorbereitete und einsegnete, daß er oft von fremden Gemeinden in der Nähe zur Leitung ihrer Feierlichkeiten berufen ward, — so hat doch Niemand eine vollkommene Vorstellung davon, der ihn nicht in der Nähe beobachten konnte. Er war von Jugend auf selbstthätig gewesen, verdankte das Meiste seinem eigenen Fleiße, und war, die Schuljahre ausgenommen, ein Autodidakt im edelsten Sinne des Wortes. Selbst die hin und wieder erkennbaren Fehler, welche daraus entspringen, wurden bei ihm reichlich dadurch ausgewogen, daß er nicht, wie andere Autodidakten, sich überschätzte, sondern immer nur merkte, wo es ihm mangle, und immer weiter strebte. Seine Arbeiten gewinnen sogar dadurch an einer gewissen Unmittelbarkeit, die ihn selbst desto besser erkennen läßt. Er lebte in beständigem Schaffen. Eine kräftige Gesundheit erhöhte diese Lebensfülle. Der Ruhe und Erholung schien er gar nicht zu bedürfen. Vier Stunden Schlafes genügten ihm zur Neubelebung seines Geistes. Sinnliche Freuden waren ihm ganz fremd. Er aß ohne Wahl, nur um den Hunger zu stillen, oft mitten in der Arbeit, oft während des Stundenwechsels, in größter Eile. Die äußere Form des Lebens war ihm gleichgittig, mit Ausnahme der geselligen Formen, die er mit feiner Zartheit beobachtete. An zeitraubenden Vergnügungen nahm er nie Theil; Theater, Concerte, öffentliche Belustigungen besuchte er fast nie; größere Gesellschaften selten. Vereins- Mahlzeiten liebte er, jedoch nur solche, die zu wohlthätigen Zwecken gehalten wurden, und da pflegte sein Geist in sinnvollen Reden zu glänzen, und noch mehr offenbarte sich die