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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1843-01-01 · 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843) · p. Seite 110

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
Date
1843-01-01
Page
Seite 110 (sequence 108)
Language
German
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IRI
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110 Zur Charakteristik Liebenswürdigkeit seiner gemüthlichen Seele, indem er das Gute von edlen Zeitgenossen zur Anerkennung brachte, oder irgend eine schöne Handlung der Menschenliebe der Aufmerksamkeit der Anwesenden vorführte. Mit dieser ungemeinen Regsamkeit verband er nicht blos die reinsten Sitten, sondern auch eine liebliche Rücksicht und Schonung, sowohl gegen Angehörige und Freunde, wie gegen die Hilfe Suchenden, so sehr er durch diese oft in seinen Arbeiten gestört ward. Seine Heiterkeit und frohe Laune machte auf jeden, der sich ihm nahte, einen wohlrhuenden Eindruck, der durch längeren Umgang mit ihm nur verstärkt wurde. Die Zugend, welche er mir Strenge und Liebe zugleich leitete, war ihm mit inniger Verehrung zugethan, und die Mitglieder der Gemeinde, in welcher er so segenreich wirkte, nahmen wiederholt Gelegenheit, ihm ihre volle Erkenntlichkeit auszudrücken. C reize nach war auch ein glücklicher Familienvater. Er hinterließ seine trauernde Gattin, drei Söhne und eine noch unmündige Tochter. Die ältesten zwei Söhne hatten bereits während seines Lebens ihre ehrenhafte Laufbahn angetreten. Der älteste, Dr. Julius Creizenach, ist Jurist in seiner Vaterstadt Mainz; der zweite, Dr. Theodor Creizenach, erwarb sich einen verbreiteten Namen als Dichter, und steht jetzt als Lehrer an der Realschule in Frankfurt, wie als belletristischer Schriftsteller, in allgemeiner Achtung. Welche Empfindungen es erregen mußte, als man den bisher so überaus kräftigen, rüstig thätigen, dem Anscheine nach einem hohen Atter entgegensetzenden Mann in seinen schönsten Jahren, mitten unter seinen unausgesetzten Arbeiten, fast ihm selbst unbemerkbar, dahinschwinden sah, wird man aus obiger Schilderung leicht ermessen. Die Thellnahme sprach sich in allen Klassen aus. Je besorglicher aber dieselbe sich kund gab, desto unwilliger wies er sie als ungegrundet von sich, bis die Schwäche ihn gänzlich von seinem Berufe abhielt. DieS geschah aber erst wenige Monate vor

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