Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 87)
- Language
- German
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berühmter Zeitgenossen. 89 aller Confessionen, und es mag nicht ohne Interesse sein, daß unter diesen drei junge Theologen waren, welche gegenwärtig erzbischöfliche Functionen bekleiden. Fern von eitler Selbstüberschätzung arbeitete er unterdeß immer fort an der eigenen Vervollkommnung, während eieinzelne Augenblicke der Erholung einem andern ehrwürdigen Gegenstände widmete, der Verbesserung der Lage der Israeliten durch Aufmunterung zum Handwerke. Zu diesem Ende bildete er einen Verein, welcher noch besteht. Bei Betrachtung der Schwierigkeiten, welche sich dem Erfolge solcher edeln Bestrebungen in den Weg stellten, und namentlich der inner» und äußern Vorurtheile, die mit Scharfe des Geistes, mit Energie des Wirkens und mit gemüchticher Humanität bekämpft und beseitigt werden mußten, mochten ihm auch wohl zunächst diejenigen Hindernisse bedeutsam erscheinen, welche in der traditionellen Lehr- und Lebensweise ihren Grund haben. Ein unverkennbarer Widerstreit zwischen den Forderungen der Vorzeit und der Gegenwart, zwischen denen der Schule und denen des Verkehrs, zwischen denen der Gewohnheit, und denen der umgestalteten Verhältnisse, zog seine Aufmerksamkeit an, und versetzte ihn sogar in eine wahrhaft unruhige Stimmung, die ihn seitdem zu mancherlei neuen theoretischen Versuchen aufforderte und antrieb. Die Versöhnung und Vereinbarung der verschiedenartigen, einander gegenüberstehenden Elemente, schien ihm ein höchst wichtiges Problem. Hier die Offenbarung, welche den Glauben an das Uebernatürliche fordert, dort die Wissenschaft mit ihren Beweisen, ihrer Erfahrung und ihrer strengen Prüfung; hier bestimmte, unabänderliche Religionspflichten und Verzichtleistung auf persönliche Freiheit, dort ein neues Bürgerthum mit Pflichten für den Staat und die bürgerliche Gesellschaft mit Anregung kräftiger Selbstthätigkeit; hier warme Liebe für die väterliche Religion und deren Institute, Eifer für Erhaltung des bewährten Charakters in Israel, dort der Widerwillen gegen alle Zsolirung, der Patriotismus, welcher den Israeliten das Gewand der Gefan-