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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1843-01-01 · 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843) · p. Seite 88

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
Date
1843-01-01
Page
Seite 88 (sequence 86)
Language
German
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8S Zur Charakteristik die sich mehr in Gewandtheit des Wortes, in witzigen Einfällen und in phantastischer Träumerei gefällt, sehr häufig zurückgetreten, und mitten unter dem Gewühle geistiger Arbeiten und Lebenselemente vermißt man bei den Israeliten ziemlich allgemein die rechte Theilnahme für reine Natur und für die lebendige Wirklichkeit. — Hier ist ein schönes Feld für die Iugendlehrer! — Unser Creizenach schritt bei der Wahl seiner Studien aus der gewöhnlichen Bahn heraus, indem er die Realien mit gleichem Eifer wie die klassischen und philosophischen Wissenschaften betrieb, und seinen überaus thätigen Scharfsinn auch an ihnen übte. So rückte er insbesondere in der allgemeinen und der angewandten Mathematik rasch vorwärts, und gelangte zu einer Stufe der Vollkommenheit, die ihm manche Mathematiker von Profession neideten, und eben so sammelte er bedeutende Materialien in der Naturkunde und in allen historischen Wissenschaften, so weit sie seinem pragmatischen Sinne zusagten. Bemerkenswerth ist, daß er, obwohl durch die französische Schule gebildet, und durch die schönen Werke der französischen Literatur angezogen, doch immer in seiner Gesinnung der deutschen Denkweise huldigte, welcher er niemals wieder entsagte. Hatten seine ausgezeichneten Geistesgaben ihm früh die Bewunderung seiner Glaubensgenossen erworben, so fanden seine jetzigen Leistungen noch ehrenvollere Anerkennung bei allen seinen intelligenten Mitbürgern. Man suchte seinen Unterricht und lobte vornehmlich seine geistanregende Lehrweise, in welcher wiederum eine Rückwirkung der Realkenntnisse, auf die Behandlung der theologischen und klassischen Disciplinen sichtbar ward. Die theologischen Studien namentlich, oft wegen der Art des herkömmlichen Unterrichtes gering geachret und bespöttelt, gewannen ein ernsteres Ansehen und wurden durch die klarere Fassung auch richtiger gewürdigt. Außer seinen pädagogischen Leistungen in einer von ihm errichteten und bis *825 geleiteten Gemeinde-Knabenschule, war er ein geachteter Lehrer vieler Jünglinge und Männer

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