Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2609281-3184078--0299-3184407- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
80 Rückblick auf Für Holstein und Schleswig hatte der König von Dänemark einen Entwurf zur Regulirung der Verhältnisse der Israeliten den Ständen vorgelegt, aber bei dem Widerstande, den der letztere fand, zurückgenommen. Dennoch wollte der hochherzige König einige Erleichterungen gewähren. Demzufolge hat er den Mitgliedern der hochdeutschen Israeliten - Gemeinde zu Altona die Befugniß zur Gewinnung des Bürgerrechts daselbst zu ertheilen geruht. Auch ist es Allerhöchst genehmigt, daß das von den Mosaiten an einigen Orten bisher an die königl. Kanzlei zu zahlende Schutzgeld denselben zu erlassen sei, wogegen sie verpflichtet sein sollen, diejenigen Abgaben, wie Schutzgeld und Nahrungssteuer, zu entrichten, welche unter gleichen Verhältnissen von den christlichen Einwohnern an den betreffenden Orren zu erlegen sind: wie auch die den Mitgliedern der hochdeutschen israelitischen Gemeinde in Altona nach ihren Privilegien bisher zugestandene Befugniß, höhere als die gesetzlichen Zinsen zu nehmen, und das den Wandsbeker Mosaiten in ihren Privilegien beigelegte Recht, angekaufte gestohlene Sachen nur gegen Erstattung des Kaufpreises zurückzugeben, ausgehoben wurde. Auch in Hamburg wurde wenigstens ein Schritt gethan. Nachdem diese Stadt in einem fürchterlichen Brande zu einem Drittel zerstört worden, wurde den Juden der Erwerb von Grundeigenthum und Wohnungsbefugniß in allen Theilen der Stadt bewilligt. Bei der Einbringung dieses Projekts beim Kollegium der Sechziger wurde übrigens Seitens des Senats angezeigt, daß er ein Gesetz wegen Verbesserung der bürgerlichen Lage der Israeliten in Arbeit habe, das er im nächsten Jahre einzubringen gedenke. Wenn am Ende des vorhergehenden Jahres ein sehr bitter geführter Streit zwischen dem Chacham Bernays und der sogenannten Tempelgemeinde sich erhob, der sich noch eine lange Zeit im verflossenen Jahre fortspann, so hatte er doch keine faktische Folge, und wurde sogar der Grundstein zu einem neuen Tempelgebäude gelegt. —