Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2609281-3184078--0254-3184362- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
5 das Jahr 1842 ohne daß es ihnen genommen ist, zu wohnen, wo sie wollen. Ihre Hauptbeschäftigung ist der Handel; vor der Feuersbrunst besaßen sie großes Vertrauen als Mäckler, aber ihre durch dieses Mißgeschick verursachte Armuth (4500 werden täglich durch die Mildthätigkeit genährt) hat ihren Kredit untergraben. Ihre Zahl wächst nicht von außen, aber da sie sehr jung heirathen, nimmt ihre Zahl nicht ab. Die Literatur ist im gesunkensten Zustande, was namentlich dadurch kommt, daß ihre geistlichen Hirten sie vom Erlernen der Künste und fremder Sprachen abhalten. Sie haben eine Schule, die von 300 Kindern besucht wird. Selten wird unter ihnen ein Verbrechen begangen; die Achtung der Nation ist seit dem Besuche Sir Moses Montefiore's etwas gestiegen. Bei einem Streite zwischen Juden können diese ihr eigenes Tribunal wählen. Die Steuern werden durch einen Juden eingesammelt. Die Folgen jener Feuersbrunst wurden zwar in Etwas gemildert; als sich einige Hülfsleistungen von außen zeigten: wurde ein Comitv, bestehend aus Gliedern aller Nationen und Religionen, gebildet, um Allen, die durch das Feuer gelitten , ohne Unterschied, zu helfen; Aerzte wurden umher gesandt, Arzeneien, Kleider, und die Israeliten erhielten ihren Theil, wie alle andern Glaubensparreien. Nach Befriedigung der dringendsten Bedürfnisse, wurde der Ueberschuß zur Errichtung von Häusern verwendet für die, welche die Hospitäler verlassen. Eine Summe von 150 L. St. (1050 Thlr.), von London für die Juden allein gesandt, wurde einem Privat-Eomitv übergeben, bestehend aus zwei Oberrabbinen von Smyrna und sechs andern Israeliten. Diese bedachten wohl, wie wenig mit dieser Summe auszurichten, wenn sie unter Einzelnen zersplittert würde, und da dem hauptsächlichen Mangel bereits durch das General-Comite abgeholfen worden, faßten sie den Entschluß, für diese Summe lieber die Armen- Kinder von dem Umherirren auf den Straßen abzuhalten, und eine Talmud-Tora-Schule zu gründen. Dieser Plan hat auch überall Billigung gefunden. — Ja, auch ein