Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1843-01-01 · 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
Date
1843-01-01
Page
Seite 4 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2609281-3184078--0253-3184361
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

4 Rückblick auf Monats wurden in hiesiger Stadt lind in den umliegenden Ortschaften mehrere Mordthaten begangen; die Thätcr und Opfer waren Muselmänner. Die Polizei und die Regierung verfahren sehr nachlässig bei der Ermittelung und Bestrafung dieser Verbrechen und anderer schwerer Vergehen, die sich häufig wiederholen, weil man weiß, daß man sich mit der Bestrafung nicht eben beeilt. Beraubungen kommen ebenfalls häufig vor, und namentlich werden die Juden von den Türken ausgeplündert. Die armen Beraubten wagen nicht einmal bei der Behörde Klage zu führen, weil sie fürchten, von.den Räubern sodann ermordet zu werden. Fünf Uebelrhäter,. welche Achmed Pascha vor Kurzem unter der Bedeckung von 15 Soldaten von hier nach Air abführen ließ, wurden im nächsten Dorfe von ihren Freunden angehalten und nach einem Kampfe mit den Soldaten zum großen Theil wirklich befreit. Aus Damaskus selbst kam uns das höchst Erfreuliche zu, daß die israelitischen Brüder Harrari ihre Sklaven frei gegeben haben und ihr Möglichstes thun, um die andern Israeliten in Damaskus zu demselben Schritte zu vermögen, und daß man sich von ihren Bemühungen einen glücklichen Erfolg versprach. Es wird hiebei wohl gestattet sein, zu bemerken, daß auch auf Jamaika im Jahre 1838 der Erste, der seine Sklaven freigab, ein Jude war. Im Allgemeinen verharren unsere Glaubcnsbrüder in diesen Gegenden in dem traurigen Elend, in welchem wir sie im vorigen Jahrgang zu schildern hatten. So beschreibt ein europäischer Israelit in Smyrna die dortigen Verhältnisse auf eine betrübende Weise. Er sagt: Armuth herrscht in einer großen Ausdehnung bei unfern Brüdern hter, da kaum sechs Personen sich in guten Umständen befinden; die Andern sind durch die letzte Feuersbrunst gänzlich ruinirt; bei den Behörden sind sie ohne den mindesten Einfluß. Die Mehrzahl gehört zu den Sephardim, aber sie sind meist entartet, und besitzen wenig von den auszeichnenden Zügen des Charakters, der andern Mitgliedern ihrer Gemeinde einwohnt. Sieleben in einem Quartier der Stadt,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.