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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1842-01-01 · 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842) · p. Seite 174

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
Date
1842-01-01
Page
Seite 174 (sequence 222)
Language
German
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174 Neigung zum mathematischen Studium, dem er sich ganz hingab. Die erste Frucht seines geistvollen Sinnens war die Erfindung eiuerNechenmaschine (1812') die er spater vervollkommnte; durch die Aufnahme als Mitglied der gewesenen ,^Königl. Warschauer Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften" fand er die 'Anerkennung feiner Verdienste und wurde sein Geist zu neuen Erfindungen geweckt; er erfand einen trefflichen topographischen Wagen zur Flachen-Ausmessung und Entwertung der Plane, und seine Verbesserungen im Mechanismus der Drehmaschine, Schneidemühle und eine neuerfundene Sichel, so wie eine sehr nützliche Veränderung an der Wagendeichsel, haben bedeutend zur Vervollkommnung dieser Maschinen beigetragen. — 1822 wurde er Direktor der Elementarschulen. Fast in jedem Felde der Wissenschaft einheimisch verband er mit allem Erlernten Scharfsinn und Einbildungskraft; der hebräischen und chaldaischen Sprache war er ein tiefer Kenner, seine Schriften sind in dem eorreetesten Style abgefaßt; außer den von ihm durch den Druck veröffentlichten befinden sich in seinem Nachlasse merthvolle Manuseripte, die reiche Fundgruben für hebr. Grammatik, Lexieographie und biblische Kritik liefern würden. — Den 18. Februar 1812 starb Dr. Karl Nehfuß, Prediger und Oberlehrer in Heidelberg, 50 Jahre alt. In den drückendsten Verhältnissen, aber unermüdlich thatig und fleißig verlebte er seine Jugendjahre, und erhielt am 19. Okt. 1821 Amt und Titel eines israelitischen Oberlehrers und Predigers. Unter kaum zu ertragenden Mühseligkeiten, von finstern Zeloten verfolgt, trotz eigener Mittellosigkeit wirkte er Außerordentliches, verwandelte das versunkene Beth hamidrasch in eine schöne Bezirks-Stiftungs- Schule, lehrte seit 1822 selbst an derselben, errichtete 1823 einen Betsaal zur sabbathlichen Andacht; l ie noch bestehende Leichen- Ordnung und der Unterstützungsverein für Studirende in Heidelberg sind meist das Wert seines unermüdlich thätigen Geistes, der noch außerdem sehr viel zum Nutzen seiner Glaubensbrüder wirkte. Als Anerkennung dessen ertheilte ihm die philosophische Fakultät zu Heidelberg (1831) das Ehrendiplom Doctoris et Magistri liberalium artium, nachdem er zuvor schon das Heidelberger Bürgerrecht erhalten hatte. Allein in Folge ausgestandener Leiden und 'Anstrengungen zehrte an ihin die Schwindsucht 11 Jahre, deren letztes mit schrecklichen Leiden verbunden war, und dennoch litt die Energie seines Geistes nicht. Er veröffentlichte einige werthvvlle literarische Werke (sein ihjd ist das Treulichste in seiner Art). — Am 20 war sein Leichenbegangniß dem mehr als 200 Personen folgten. Um ihn weinen eine biedere Gattin mit drei des Vaters würdigen Kindern, um ihn trauern

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