Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 211)
- Language
- German
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162 Die Sprächt heiligen Sinnes entgegen, der in den Anforderungen an sieb selbst, in der Erfüllung des göttlichen Willens, sich nie genug thun kann, obgleich in der Beurtheilung Anderer Milde und Nachsicht zur Pflicht gemacht wird, und der in dem ganzen Leben die Aufgabe einer steten Selbstbewachung und Selbstbeschränkung sieht. Solche Weisheit uns anzueignen, dazu gehört allerdings Hingebung, Ernst und ein eindringender Gedanke auch von unsrer Seite; es muß derGeist graben und bis auf den innersten Grund der Erscheinungen dringen, wenn er diese Schatze haben will. Die Lehrer, die hier zu uns sprechen, verlangen von ihren Jüngern, wie Jose ben Joäser sagt (I, 4), daß sie im Staube zu ihren Füßen sitzen und ihre Worte mit brennenden Durste einsaugen : „Es sei dein Haus der Weisen Sammelorr, Du — sitz' im Staub zu ihren Füßen dort, Und saug' mir heißem Durste ein ihr Wort!" Die Meisten dieser Sprüche sind bekanntlich erst lange nach dem Tode der Männer, von denen sie ausgegangen, ausgezeichnet worden; im Munde des Volkes und der Besten im Volke haben sie lange Zeit gelebt, und wurden sie, wie ein kostbares Vermächtnis;, von Geschlecht zu Geschlecht mitgerheilt; ehe sie zusammengereiht und der Nachwelt durch die Schrift aufbewahrt wurden. Denn in alter Zeit pflanzren sich die Lehren und Erfahrungen der Weisen und Gereiften noch lebendig fort, und waren das Band, das die Gegenwart mit der Vergangenheit innig verknüpfte; sie gingen von Mund zu Mund und brauchten nicht in den todten Buchstaben vergraben zu werden. Erst als die Gesichtspunkte mannigfaltiger, aber auch die Geister flüchtiger wurden, erst dann fand man es nöthig, solche von den Vätern ererbte Schätze in der