Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 160 (sequence 209)
- Language
- German
- Belongs to
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160 Die Sprüche nach solcher Kost verlangt, wird an dem Tische unserer Weisen leer ausgehen. Das Alterthum, wo es uns noch in seiner Ursprünglichkeit entgegentritt, liebt überhaupt nicht die Viel- und Schönrednerei späterer Zeiten, sucht nicht den glänzenden Ausdruck und schlägt diesen, wo er sich von selbst ergibt, nicht breit, sondern es greift nach dem Gedanken selbst in seiner ganzen Tiefe, und deutet ihn in seiner Einfachheit und Unmittelbarkeit zuweilen blos mit einem einzigen, oft nur gelegentlich eingeschobenen Worte an, das dem denkenden Geiste zur Betrachtung und Beachtung hingegeben wird. Besonders aber gilt dieses von den alten Lehrern deS Iudenthums, die bei ihren Worten freilich am allerwenigsten nach einer künstlerisch vollendeten schönen Form strebten, dagegen aber sich dem Gegenstände ihrer Rede in seinem hohen Ernste ganz Hingaben, niemals in Oberflächlichkeit oder Leichtfertigkeit^— im Grunde Eines und dasselbe —verfielen. Unsre Väter waren in ihren Aussprüchen schweigsam und erhaben, kurz und tiefsinnig; sie wurden dadurch zuweilen dunkel und räthselhaft, niemals aber weitschweifig. „Mein ganzes Leben" — sagte Rabbi Simon, Sohn des Gamaliel (Aboth 1,15) — „Mein ganzes Leben bin ich aufgewachsen unter Weisen, Und Hab' nichts Beß'res für den Mund *) gefunden, als — das Schweigen. Die Hauptfach' ist die That, und nicht das Lernen, Lehren, Deuten; Wer Worte häuft, kann Anlaß zur Versiindigung nicht meiden." Wir übersehen so, weil dieses mit dem Ausdruck ^^2 :npwa angedeutet iss Ohne sich näher darüber zu