Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 208)
- Language
- German
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der Väter. 159 ferungen über wichtige allgemeinere Fragen und Gegenstände des Lebens mitgetheilt. Unverkennbar hatte der Sammler dieser Lehren und Denksprüche den mehr oder weniger bestimmten Zweck, uns die ältesten mündlich überkommenen Lehren, und mit ihnen zugleich die obersten Grundsätze und leitenden Gesichtspunkte, wie auch die wichtigsten Lebensansichten derjenigen Gesetzeslehrer, welche bei der Fortbildung des Judenthums am thätigsten waren, vorzüglich aber auch die Aufeinanderfolge dieser Autoritäten, al)o gewissermaßen den leitenden Faden zur Kenntnis; der Geschichte und des Geistes der Tradition zu überliefern. Er stellt uns sogleich am Eingänge der Sprüche auf diesen Standpunkt, indem erste mit den Worten einleicet: „Mose empfing die Lehre von Sinai her; und er überlieferte sie bcm Iofua; Iosua den Aeltesten; die Aeltesten den Propheten; und die Propheten überlieferten sie der: Männern der großen Synode. Diese sprachen drei Dinge als Grundsätze aus, u. s. w." und demgemäß in der Aufzählung der nachfolgenden Weiser: und ihrer Sprüche forrfährt. Es gehört freilich ein unverwohnter Gefchmack dazu, um in diesen großtentheils ganz einfachen, schmuck- und kunstlosen Sätzen den tiefen Sinn zu würdigen, den sie enthalten, und in ihnen den Geist zu erkennen, der das ganze riesige Gebäude des später» Judenthums auferbaut, das Volk irr seiner Zerstreuung und Zersplitterung, mitten unter aller: Anfechtungen der Welt erhalten hat. Sie unterscheiden sich durch Form und Inhalt gänzlich von jenen halbphilosophischer: belerristischen Bonbons unserer Tage, die unter dem Namen Aphorismen, Gedankenspäne u. s. w. im Gange sind; wer