Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 149)
- Language
- German
- Belongs to
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gehalten von I. N. Mannheimer. 95 gerühmt, der sie gepriesen und besungen. ״Bei mir ist Rath ״und Vollkommenheit, bei mir ist Verstand und Macht. Durch ״mich bestellen die Könige ihr Königthum, die Fürsten Gesetz ״und Recht. Durch mich herrschen die Herrscher, erheben die ״Edlen sich zu Richtern der Welt." ״Alles Verdienst, alle ״Veredlung, alle Vervollkommnung ist in der Weisheit gege- ״ben." ״Es hat der Verstand seinen Vorzug vor dem Unver- ״stand, wie das Licht seinen Vorzug hat vor der Finsterniß!" Und doch, fragt Ihr, wäre Ln ihr das Verderbniß der Zeit? Und doch — sage ich! Der Verstand, sagt einer unserer alten Schrifterklärer, der Verstand ist der Engel, ist der Vermittler zwischen Gott- und dem Menschen. המלאך בין אדם לאלהיו הוא שכלו Ihr werdet mir gestehen, es ist das von einem Gottesgelehrten ein vielsagendes Geständniß, der Verstand ein Engel Gottes, der Vermittler zwischen Gott und Menschen, der ihm die Offenbarungen Gottes deute und auslege. Wo nun aber der Verstand, dem das Mittleramt ist anvertrauet, sich selbstständig macht, und auf eigene Hand, auf eigene Rechnung sein Geschäft treibt; und wenn die Weisheit, statt uns nach des Himmels Höhen zu geleiten, und aus den Niederungen, in die wir uns Versenken und versinken, uns mit sich emporzuheben, uns nicht weiter und nur dahin führt und leitet, wohin uns der sündige Herzenstrieb in uns zieht, und statt mit der Fackel uns vorzuleuchten, nur immer hinterdrein geht, und der lüsternen Begehrlichkeit in uns sich zur Magd verdingt, und uns das Licht hält bei unseren Verirrungen; — ist sie da auch das heilige Gotteslicht im Menschen, der Engel, der Vermittler zwischen Gott und Menschen? Und wenn er an dem Worte des allmächtigen Gottes, das er zu deuten, auszulegen, aufzuklären ist bestellt, Nichts als ein Menschliches erkennet, daran er seinen Witz und Scharfsinn übet und erprobet, und daran krittelt, wie ers nun eben heutzutage in der Art hat, daran krittelt, bis daß aller heilige Geist daraus ist gewichen, alle Weihe ihm abgeht, und alle Macht der Empfindung, alle Gläubigkeit der Seele im Zweifel ist ün-