Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 148)
- Language
- German
- Belongs to
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94 Predigt am Versöhnungstage viel niederer halten, oder ganz außer Achtung und Geltung kommen lassen, das uns der Prophet als das Einzige, das des Rühmens Werth ist, angepriesen. Es ist nicht zu leugnen, daß unsere Weisen sich ihrer Weisheit, unsere Starken sich ihrer Stärke, unsere Reichen sich ihres Reichthumes wehr als der verständigen Erkenntniß Gottes rühmen, mehr als des Rechtes und der Pflicht und der Liebe, daran Gott seine Lust hat und sein Gefallen, daß mithin eben in den Gütern, die uns Gott zur Würdigung und Weihe, zur Erhebung und Veredlung, zum Anbau und zur Befruchtung des Lebens gegeben, seine Entwürdigung, seine Gesunkenheit, seine Verödung und Verwüstung zu suchen sei. Ist nun der Gottesspruch, den ich Euch da verkündiget habe, die unumstößliche Satzung fürs Leben, so lasset uns darin erforschen und ergründen unfern Weg und Wandel, um den Mißverstand, in den wir gerathen sind, in allen drei Stücken uns anschaulich zu machen, uns von solcher Überschätzung einerseits und Mißbrauch der göttlichen Gaben und Güter andererseits, frei zu machen, und uns zur gläubigen, verstaudigen und innigen Erkenntniß Gottes und unserer selbst zu erheben. Wir sprechen ein Sündenbekenntniß vor Gott, darin wir aller Vergehungen gedenken, die wir nicht begangen; warum nicht lieber eben jene drei Gebrechen in Demuth vor Gott bekennen, darin alle unsere Verirrungen, alle unsere Zerwürfnisse, alle unsere Thorheiten und Laster ihren Grund und Boden haben? Dazu möge nun heute unser Tagwerk vor Gott gesegnet und geheiliget sein. Amen. I. ״ אל יתהלל חכם בחכמתוCs soll der Weise sich nicht rühmen seiner Weisheit." Damit sangen wir an. Die Weisheit, meine Freunde, ist eine hohe Himmelsgabe. ״Sie stellt den Menschen auf die Höhe des Lebens," wie schon der alte Weise an ihr