Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 141)
- Language
- German
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86 Pia desideria tagskost betheilt werden könnten, welche ohne aste Unterbrechung Ln der Anstalt verbleiben wollten, gehört wohl zur näheren Erörterung dieses Gegenstandes. Jene wöchentlichen 12 Kreuzer würden aber jährlich per Kopf 10 st. ausmachen, mithin 100 Kinder den Bedarf von 1000 fl. schon decken. Das Wesentlichste wäre wohl, daß sich ein Paar vorfände, welches mit der erforderlichen Befähigung wahrhaften innerlichen Beruf zu einem solchen Unternehmen in sich trüge, und damit entweder auf eigene Hand hervorträte, oder sonst dazu, veranlaßt würde. Ebenso fern muß es daher von dem eben ausgesprochenen Wunsche liegen, daß Unberufene qus bloßer Speculation, oder weil sie sonst nichts anzufangen wissen, sich damit befassen. Hieran knüpfe ich den Wunsch von Stipendien zur Beförderung der körperlichen Erziehung, die ich unter unfern Glaubensgenossen noch viel zu wenig berücksichtigt finde. Die Thatsache, daß in allen Schulen und Bildungsanftalten die israelitische Jugend beiderlei Geschlechts sich hervorthut, und unter den Prämianten und sonst Ausgezeichneten erscheint, — in den Elementarschulen wie in den Gymnasien, an der Realacademie, im polytechnischen Institut, im Musikconservatorium und an der Academie der bildenden Künste, so wie endlich an der Hochschule, — diese Thatsache, so ehrenvoll sie auch für uns ist, dürste uns nur um so mehr darauf hinlenken, auch der körperlichen Erziehung ihr volles Recht einzuräumen, und einem Ueberreiz des nervösen Lebens, an dem unsere ganze Zeit so sehr leidet, bei Zeiten vorzubeugen. Wie so die körperliche Erziehung durch Stipendien befördert werden könnte, ist wohl eine schwerer zu erörternde Frage, da dieser Gegenstand im Allgemeinen noch eine bedeutende Lücke darbietet. Zunächst und allerdings nur vorläufig denke ich, daß es durch die Beförderung des in so vielfacher Hinsicht heilsamen, bewahrenden und kräftigenden Schwimmunterrichts geschehen könnte, für welchen der bloße Gebrauch der kalten Badeanstalten , so eine große Wohlthat sie auch für die Bewohner Wiens sind, nimmermehr als stellvertretendes Surrogat angesehen werden können, was wohl jeder erfahrne Arzt bestätigen wird.