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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1842-01-01 · 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842) · p. Seite 85

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
Date
1842-01-01
Page
Seite 85 (sequence 140)
Language
German
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85 von Joseph Wertheimer. geleitet werden; sehr nützlich endlich dürste sich die vorläufige Anleitung zu kurzen Gebeten und zur Kenntniß der hebräischen Druck- und Schristzeichen und ihrer Laute ergeben, und dadurch der Schule in Vielem vorgearbeitet werden, ohne der kindlichen Fassungskraft zu viel zuzumuthen. Schon aus diesen letztgenannten Rücksichten wären besondere israelitische Kinderbewahranstalten zu empfehlen. Allein es sprechen noch andere Gründe hiesür. Zwar bestehen bereits sieben Kinderbewahranstalten in Wien und seinem Weichbild, aber zufällig alle gerade in solchen Bezirken, in denen keine oder nur wenig Israeliten wohnen, und es ist mir auch nur eine Kinderbewahranstalt bekannt (zu Margarethen), worin sich vor einiger Zeit etliche israelitische Kinder vorsanden. Dagegen bestehen in der Stadt und vorzüglich in der Leopoldstadt, wo die meisten Israeliten wohnen, keine Kinderbewahranstalten. Wenn ich übrigens eine israelitische Kinderbewahranstalt als eine sehr wohlthätige ansehe, so betrachte ich sie nicht als eigentliche Wohlthätigkeits anstatt im gewöhnlichen Sinne des Worts. Ich glaube nämlich, daß eine solche Anstalt sich leicht durch sich selbst ohne andere Unterstützung, als etwa die ganz unbedeutenden Kosten der ersten Einrichtung in Anspruch nähmen, erhalten könnte. Mein einfacher Calcül ist folgender: Die Unterhaltungskosten einer Kinderbewahranstalt in Wien belaufen sich auf 6—800 fl. Da jedoch ein paffendes Locale sammt Gärtchen selbst in einem abgelegenen Theileder Leopoldstadt theuerer als anderswo kommen könnte, auch vielleicht ein israelitischer Lehrer nebst Gattin einen etwas besseren Gehalt in Anspruch nähmen, so schlage ich die Kosten einer solchen Anstalt auf 1000 fl. C.-M, an. Dagegen rechne ich nur auf eine Permanenz von 100 besuchenden Kindern, wiewohl die gewöhnliche Anzahl 150 — 200 ist. So wie ich die Verhältnisse kenne, so würden sich so viele Ettern gerne zu einer Vergütung von täglichen 2 Kreuzern oder wöchentlich 12 Kreuzer verstehen, um ihre noch nicht schulfähigen Kinder auf die bekannte Art leiblich und geistig während des ganzen Tages zu versorgen. Wie mittelst eines kleinen Zuschlages diejenigen mit einer eitrfachen Mit-

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