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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1842-01-01 · 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842) · p. Seite 67

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
Date
1842-01-01
Page
Seite 67 (sequence 123)
Language
German
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berühmter Zeitgenossen. 67 „Profangeschichte des Menschengeschlechts eine Weihe geben kaün. „Kein Ort hat so sehr gelitten, wie Jerusalem; es ist mehr als wahrscheinlich, daß nicht das Geringste mehr übrig ist von der Stadt, welche „die Freude der ganzen Erde war; die aufmerksamsten und begeistertsten „Reisenden gestehen vielmehr, daß so oft sie einige Zeichen aufsuchten, „um daran fortzuschreiten, sich ihnen Weniges nur darbot, um sie zu „Forschungen zu ermuthigen. Allein es bedarf in der That nicht der „Ueberreste von Tempeln und Pallästen, um hier Ehrfurcht zu erwecken; wäre hier auch noch weniger Wahrscheinlichkeit, mit einigem „Erfolge die Lage ehemaliger Gebäude zu ermitteln, so würde Jerusalem immer die Stadt bleiben , zu welcher ein frommes und nachdenkliches Gemüth sich mit tiefer Sehnsucht hinwendete. Das Gefühl für „Jerusalem ist ähnlich dem für den heimathlichen Ort unsrer Kindheit; „wäre dieser auch gänzlich dem Boden gleich gemacht, und fänden wir, „nach vielen Jahren zurückkehrend, an dessen Stelle ein beackertes Feld „oder eine öde Wüste, so würden in unö dieselben Gedanken aufsteigen, „als stünde jedes Gebäude noch vor uns, und einen noch liefern Eindruck „dadurch auf uns machen, daß die Zerstörung daran so alles vernich- „tet hat/' „Es ist fast unumgänglich , daß der Reisende, welcher Jerusalem „besucht, solche Gefühle empündet; und nur nach Maßgabe der Verehrung, die er für den Ort hegt, unabhängig von dem, was man hier „wahrnimmt, kann er die Weihe desselben recht würdigen. Kann seine „Denkkraft sich nicht dem einfachen Impulse des Geistes fügen, oder ist „feine Seele nicht fähig, ohne Monumente, Inschriften oder Statuen „in Thätigkeit zu treten, so darf er in Jerusalem nicht auf Befriedigung „rechnen; und verläßt er sich auf Sagen, welche sich hier Jahrhunderte' „hindurch angehäuft haben, so sind alle seine Betrachtungen nur geistige „Schattengebilde. Er muß sich gänzlich dem Begriff von der allgemeinen Heiligkeit des Ortes hingeben. Jerusalem ist in Hinsicht auf „Denkmäler auf demselben Punkte jetzt, wo es war, als es Davids „Stadt wurde; nur die Felsen und Thäler sind noch da, um zu zeigen, „daß dieser Ort und das alte Jerusalem — eins ist." „Aber ist einmal die Seele zu den Gefühlen gestimmt, welche ohne „äußerliche Gegenstände auftauchen müssen, so wird jeder Fuß breit des „Bodens, den der Reisende in Jerusalem und dessen Umgebung betritt, „die Lebhaftigkeit jener Empfindungen verstärken. Eine starke Veränderung ist seit Jerusalems Falle sogar in dem Gewände der Natur „eingetreten, und ihr gegenwärtiger Schmuck ist in auffallender Ueber- „einstimmung mit den letzten Capiteln der Geschichte dieser Stadt. „Noch bedecken der Oelbaum, der Feigenbaum und der Weinstock manche „der Hügel umher mit ihren reichbelasteten Zweigen; sogar die Rose „blüht in prächtiger Ueppigkeit in den Schlüften der Thäler, und „manche der Ebenen zeigen ihre Fruchtbarkeit in reichen Ernten; aber

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