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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1842-01-01 · 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842) · p. Seite 68

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
Date
1842-01-01
Page
Seite 68 (sequence 124)
Language
German
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68 Charakteristik „doch steht man überall schauderhafte Zeichen -er Trostlofigkelt und der „Reisende fühlt unwillkührlich, daß er sich in einem Lande befindet, „von dem eS, fast ohne figürlichen Sinn, heißt, das Herz des Landes ist „gebrochen." „Einer reflectirenden Seele wird es nicht schwer, sich die mannigfachen — feierlichen und angenehmen — Empfindungen vorzustellen, „welche sich des Pilgers bemächtigen, wenn er der ehrwürdigen Haupt- „stadt dieses seltsamen Landes nahet. Das Schauerliche und Melan- „cholische, das dieser Gegend eigen ist, wird durch den Genuß, den der „Wanderer hat, am Ziele einer langen und schwierigen Reise zu stehen, „gemildert; fast alle, die Jerusalem besucht haben, bekennen sich zu falschem Gefühle." Die edleReisende erzählt hierauf in Kurzem die Schicksale Jerusalems; ein rascher Flug durch die Geschichte der Veränderungen, welche die Stadt erfuhr, besonders unter den Römern, unter Titus, Hadrian, Eonstantin, dann unter CoSru und wieder unter Omar und dem Islam, die vielfachen Leiden derselben in den Kreuzzügen, und zuletzt ihre gänzliche Verwahrlosung unter den Türken. „Aber, setzt sie hinzu, indem ich von diesen Betrachtungen zu meinen eigenen Empfindungen übergehe, kann ich nicht genug dem Allmächtigen danken, daß er uns vergönnt hat, die Stadt glücklich „zu erreichen. Die Hindernisse, welche sich darboten, die Gefahren, „die uns bedrohten, die Aufhaltungen und Plackereien, die wir „ertragen mußten, alle standen mir recht lebhaft vor der Seele, in- „dem ich mich der Freude ganz überließ, mit welcher ich nunmehr „meines geliebten Mannes lange genährten Wunsch erfüllt sah. Mein „Wonnegefühl ward nicht w nig durch die Erinnerung erhöht, daß ich „ihn kräftig ermahnt hatte, seine Reise fortzusetzen, so oft sein Eifer „etwas nachgelassen und ich sogar den Rath und die Wünsche unsrer „Gefährten zu überwinden hatte." Die beiden Reisenden logirten bei einem Herrn Amzlac. Dort empfingen sie die Besuche von allen angesehenen Juden, Rabbinen und Vorstehern der Gemeinde schon am 18. Oktober, und an den folgenden Tagen kamen zu ihnen auch viele angesehene Christen und MoSlemen. Am 19. machten sie Ercurfionen, Montefiore um die Heiligthümer Jerusalems zu sehen, Lady Montefiore besuchte Bethlehem. Den 20. war Sabbath, und schon am 21. verließen sie Jerusalem wieder. Und in diesen wenigen Tagen hatten sie Zeit genug gefunden, um Vorkehrungen zur augenblicklichen und fernern Unterstützung der vielen hülflosen Familien zu treffen, welche seitdem den Namen Montefiore in ihre Gebete einschließen. Das Tagebuch enthält hierüber nur eine schwache Andeutung, aber anderweitige zuverlässige Nachrichten sind über diesen Punkt desto ausführlicher. Mehr als zu jener Zeit und nachdrücklicher wirkten sie auf ihrer

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