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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1842-01-01 · 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842) · p. Seite 64

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
Date
1842-01-01
Page
Seite 64 (sequence 120)
Language
German
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04 Charakteristik fern zu halten, und nur die Frage nach alten Sekten hin zu besprechen. Das Grgebniß ist dann immer eine klar ansgedrückte Entschließung. Für die jüdischen Gemeinden, Ln denen, als Folge der Unruhe ihrer Lebensverhältniffe, von jeher eine unlenksame Regsamkeit der Empfindungen waltet, und die stete Ungeduld es nicht verträgt, ruhige Erwägungen anzuhören, sondern immer kurz und voreilig auf's Fertigsein dringt, ist diese allgemeine Sitte eine wahre Schule der Ordnung geworden, so daß in den dortigen Gemeinden auch hierin eine merkwürdige Veränderung sichtbar ist. Alle ihre Verhandlungen bekunden gesetzliche'Besonnenheit, genaue Beobachtung der Form, Streben nach klarer, bestimmter Anficht und Erlangung wohlbegründeter Resultate; — eine Eigenthümlichkeit, welche dem wahren, wenn auch nur altmähligen Fortschreiten sehr förderlich erscheint. Wir können nicht umhin zu wünschen, daß alle jüdischen Verhandlungen, in denen es häufig so stürmisch hergeht, oft alle zugleich sprechen, oft die Hitze, der Eifer oder der Unwille in abgebrochenen, kaum verständlichen Sätzen, ihr Votum hinwerfen, oft nur Einzelne ihr Ansehen geltend machen, und meist nichts weiter erfolgt, als heftige Aufregung ohne heilsamen Beschluß, — sich die englische Berathungsweise zum Muster nehmen könnten. Auf unfern Sir Moses hat die vielfache Gelegenheit, an solchen Versammlungen thätigen Antheil zu nehmen, nicht geringen Einfluß gehabt. Wie alle denkenden Männer seines Landes und besonders der Hauptstadt, wo die Oeffentlichkeit der Verhandlungen dem freien Wort seinen hohen Werth verleihet, drückt er seine Gedanken in ruhiger Entwickelung aus, und wählt selbst in der Wärme der Empfindungen stets das treffende Wort und diejenige Wendung , welche am nächsten zur Ueberzeugung führt. Eine Gabe von der höchsten Wichtigkeit in einer Mission, die ihn mit so verschiedenartig gebildeten, sowohl Glaubensbrüdern als orientalischen Machthabern in nahe Berührung bringen mußte, bei denen von Haltung und Sicherheit des Wirkens ein großer Theil des Erfolges bedingt war. Wenn wir nun die Eigenthümlichkeiten unsers Helden bisher von den Seiten betrachtet haben, welche ganz seinem heimischen Boden, seinem Vaterlande ihren Glanz verdanken , so dürfen wir nicht außer Acht lassen, daß er Israelit ist, und ein Theil seines Wesens der Gemeinde Israels angehört, Und hier tritt uns hauptsächlich sein Gemüth entgegen, welches durch wahrhaft religiöse Bildung an eine fromme Auffassung der Lebenszwecke gewöhnt, jenen äußern Vorzügen erst den wahren Werth aufdrückt, indem er sie von der Kehrseite schützt, welche man so oft an ihnen wahrnimmt. Wo nicht eine solche Gemüthlichkeit obwaltet, schlagen jene Eigenschaften gar häufig um in kalte Selbstsucht, unbiegsame Starrheit, steife Beharrlichkeit, Theilnahmlosigkeit für Leiden und Freuden der Individuen selbst bei großartigem Sinn für allgemeine Ideen. Sir Moses aber hat seine Gemüthlichkeit in ei-

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