Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 119)
- Language
- German
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berühmter Zeitgenossen. 03 hung, wirklich enterbt habe, nachdem dieser sich entschieden gezeigt, seinen Grundsätzen treu bleiben zu wollen. — GS kann unsre Absicht nicht sein, einen solchen Akt, wenn in der That nur eine Divergenz religiöser Ansichten zum Grunde liegt, in Schutz zu nehmen, wie denn auch überhaupt unsre Darstellung kein PanegyricuS sein soll. Nur halten wir uns nicht für berechtigt, eine Lsolirte Handlung, bei welcher mannigfache Familienangelegenheiten als mitwirkend eintreten können, einer öffentlichen Beurtheilung zu unterwerfen. Inzwischen darf man auch nicht vergessen , daß die Errichtung derneuenSynagoge zugleich eine sehr starke Parteiaufregung hervorgerufen hat, und daß M. an der Spitze der konservativen Partei steht, und was ein Parteistreit in London sagen will, ist Niemandem unbekannt. — Die neue Synagoge ist übrigens, trotz der Bannflüche des Ober-Rabbknen und trotz der vielen Hindernisse, welche dessen Partei ihr bereitete, in vollem Gange, und erfreut sich seit ihrer am 27. Jan. c. gefeierten Einweihung einer wachsenden Theilnahme, die jedenfalls nicht verfehlen wird, auf die Reform der alten Synagogen wohlthätig zurückzuwirken. Die Einweihungsrede, von Di*. Marks gehalten, ist ein merkwürdiges Aktenstück und ein wahrhaftes antithalmudisches Manifest. Sie ist in Druck erschienen unter dem Titel: viseourse delivered in the West London Synagogue of british Jews, Burton streeh, Burton Crescent, on the day of its consecration, thurs day 16th Sebat, A. M. 5602 — 27th January 1842. By the Rev. D. W. Marks, minisfcor of the Congregation. London. Wir haben uns mehrfach überzeugt, wie Hier bei Sir MoseS nur ganz die vaterländische Denkart waltet. In dieser mag immerhin eine gewisse Starrheit und Unbeweglichkeit, zumal da, wo sie nicht von den Religionsquellen ihren Nahrungssaft zieht, auffallen, und in der That sind die Juden dort weit weniger mit diesen Quellen bekannt, als die Christen, — aber eine feste Charakterstärke bildet sie dennoch. In Sir Moses wird sie, wie wir nachher bemerken, durch starkes Gefühl und lebhafte Phantasie beweglicher und lebensvoller. Das religiöse Element aber hat vorzüglich viel dazu beigetragen, ihn zu seiner Mission vorzubereiten und ihren mächtigen Einfluß wirksamer zu machen. Ehe wir dies Nachweisen, müssen wir noch die sociale Seite beleuchten; denn hier finden wir vornehmlich die Bedingungen, welche eher nöthig waren, um durch Offenheit und besonnene Geistesgegenwart dem Despotismus zu imponiren, als da, wo Gewandtheit und Lebensklugheit schnelle Vortheile zu erringen suchen. Auch hier finden wir den vaterländischen Geist. In allen Zusammenkünften der Engländer, wie leidenschaftlich auch die Gemüther aufgeregt sein mögen, herrscht eine positive Form, welche dem Ausbruche wilder Gefühle Schranken setzt. Eine strenge Ordnung regelt selbst die ullerhitzigsten Debatten, nnd zwingt sie, insbesondere, sich von Persönlichkeiten und Nebendingen