Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 115)
- Language
- German
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59 berühmter Zeitgenossen. sriedenheit, mit welcher er auf sein Werk zurückschaut, aber er spricht davon mit lebendigem Gefühl, nicht gierig nach Lob und Bewunderung, sondern von Neuem gerührt durch die aufgefrischte Erinnerung, und stets wieder zur Begeisterung erglühendso daß er mit ergreifender Rede schildert, was sein Auge und sein Herz empfunden. Die Ehren, welche er schon früher erworben — unter Andern ward er auch znm Mitglieds der Königlichen Gesellschaft ernannt, was die Buchstaben, die neben seinem Namen stehen, F. R. S. (fellow royal society) bezeichnen — die Auszeichnung eines socialen Verkehrs nnt den größten Staatsmännern und vielen hervorragenden Geistern, welche ihm ihre Achtung bezeigen und mit welchen er freundliche Beziehungen unterhält, die ungemeine Verehrung, welche ihm nach Beendigung seiner jüngsten Mission von allen Seiten, selbst von gekrönten Häuptern dargelegt worden, haben weder seiner Bescheidenheit Eintrag gethan, noch sein Verhalten irgendwie verändert; seine Liebe, insbesondere für seine oft genug unschuldig bedrückten und ihres Glaubens wegen leidenden Religionsgenoffen, ist durch die ihm zu Theil gewordenen Vorzüge nicht erkaltet, vielmehr noch gestiegen; und kein Wunsch ist in ihm lebendiger, als der, durch feine Stellung ihr Unglück nach Kräften zu mildern, so wie überall durch seine Glücksgüter wohlthätig zu wirken. Sogar dutch das Wappen, mit dessen Verleihung die Königin Victoria, wie die Urkunde besagt, als einer höchst seltenen Auszeichnung ihm ihre Theilnahme auSdrückte, und worin der Name Jerusalem prangt,zeigt er offenkundig, daß er nicht, wie das oft bei Andern der Fall ist, sich seiner Abkunft schämt, oder vergessen möchte, daß er der Gemeinde Israels angehört. Auch seine religiöse Lebensweise, streng auf dem Gebiete der Tradition, hat sich nicht verändert, und wenn gleich darin Mancher eine nähere Richtung des Wesentlichen vom Unwesentlichen zu vermissen versucht sein möchte, so flößt es doch eine gewisse Achtung ein, daß die Ueberzeugung nicht den vielfältigen Anreizungen des Lebensgenusses gewichen ist. Ganz dieselben Gesinnungen entfaltet Lady (Judith) Monteffore, geborene Cohen, eine Frau von hoher Geistesbildung und gleicher Charakterstärke. Sie zählt etwa 1l) Jahre weniger als ihr Gemahl. Ihre Gestalt bietet zartere Formen dar, sie ist von mittlerer Größe und proportionirtem Ban, und scheint, nach den überftandenen Mühen und Anstrengungen so weiter Seereisen zu urtheilen , sich einer kräftigen Natur zu erfreuen. Ihr Auge sowohl als ihre Rede bewegen sich ruhig und mil doch zugleich lebendig auffassend und mittheilend, ihre Unterhaltung der Ausfluß einer durchgebildeten Denkkraft und geregelt durch den seinen Ton socialer Bildung, ohne Verleugnung der warmen Gefühle für Menschenwohl. Mit leichter Beobachtung weiß sie jedem Gegenstände eine interessante Seite abzugewinnen oder zu geben, und ihre Bemer-