Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 114)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
…/2609281-3184076--0114-3184221- Visual Library
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58 Charakteristik Ausdauer Ln harten Drangsalen, und durch diese die Religion zu verherrlichen. Dies ist der Sinn des schaudervollen Drama'S, welches unsre Augen gesehen, ein unwidersprechlicheS Zeugniß wider den glaubenverachtenden Leichtsinn und eine mächtige Anregung der erkalteten Herzen unserS Jahrhunderts. Aus dieser allgemeinen Betrachtung kehren wir zurück, um unsre Blicke auf den Helden selbst zu richten, welcher berufen war, der erstarrenden Zeit warmen Lebensodem einzuhauchen. Was er geleistet und wie er gewirkt in den verhängnißvollen Tagen, ist Jedermann bekannt; wir wollen es hier nicht wiederholen. Aber Wenigen war es vergönnt, selbst unter denen, die auf seiner ruhmvollen Bahn ihm begegnen mochten , sich von ihm ein treues, lebendiges Bild zu entwerfen. Wer aber wünschte nicht sich schärfere Umrisse einzuprägen, von einem Manne, der durch einen heldenmüthigen Entschluß und eine so folgenreiche That daS Eigenthum der Mit- und Nachwelt geworden? Wer nicht, bestimmte Vorstellungen in sich zu tragen von dem Manne, dessen Brust so hohe Gefühle hegt, und dessen Wille so stark sich über des Lebens Widerwärtigkeiten hinausschwang, um die weinende Unschuld zu trösten und den Arm der Tyrannei zu lähmen. Wer möchte nicht auch etwas genauere Kunde vernehmen über die großsinnige Gefährtin, welche seine Bestrebungen so liebevoll theilte, seine Begeisterung nährte, alle Gefahren mit ihm bestand; und an deren Seite er sich der häuslichen Seligkeit erfreuet, des schönen Lohnes seiner Tugenden? Was wir selbst einst empfanden , setzen wir auch bei allen unfern denkenden und fühlenden Lesern voraus, und die Befriedigung, welche wir genießen, da wir die Freude hatten, das edle Paar in ihrem heimathlichen Kreise zu sehen, zu sprechen und mit wißbegieriger Theilnahme zu beobachten, gewährt uns die Uebrrzeugung, daß unfern Lesern eine Skizze dessen, was zur Charakteristik derselben und zugleich zur Tilgung mancher Jrrthümer dienen kann, um so willkommener sein dürfte, als sie die Verehrung für sie nur rechtfertigen und erhöhen wird. Sir Moses Montefiore ist ein wohlgebauter, stattlicher Mann, von kräftigem Aussehen, starken Formen, einnehmender Gefichtsbildung, gesunder Farbe, lebhaftem Auge, freundlichem Munde. Gr muß einst als Jüngling schön gewesen sein. Gegenwärtig steht er in der Mitte der Fünfziger. Seine Haltung imponirt durch edeln Anstand , wie seine artige Zuvorkommenheit gefällt und anzieht. Seine Sprache ist rein, seine Organe klar, sein Ausdruck wohlgewählt und scharf bezeichnend, ohne Künstelei oder Affectation; sein Umgang leicht und ungezwungen, sein Urtheil offen und unbefangen die Aeußerung seiner Gedanken. Den nächsten Anknüpfungspunkt zur Unterhaltung bietet dem Fremden das jüngst erlebte Greigniß, welches den Ruhm Montefiores zum Culminiren brachte. S i r M o f e S verhehlt nicht die innere Zu-