Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 99)
- Language
- German
- Belongs to
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…/2609281-3184076--0099-3184206- Visual Library
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42 Rückblick auf thume wohnen Juden zu Basel, Bern und Genf. Aus spaterer Zeit datirt sich die Niederlassung französischer Juden in den Cantonen Neufchatel, zu Boeles und La cheaur de sonds, de Vaud, Avenches, Lausanne und Kverdon, Bern und Solothurn. In Zürich trifft man sowohl französische als deutsche und schweizerische Juden. Von historischer Bedeutung sind am meisten die Juden zu Endingen und Lengnau, welche Dörfer zwischen dem Jura, dem Rhein, unweit der Städtlein Baden, Brugg und Zurzach, im Kanton Aargau, ihre Lage haben. Zu bedauern ist das Loos der Juden zu Basel, wo keinem jungen Ehepaare Niederlassung gestattet wird, und jeder Neuvermählte gezwungen wird, seine ihm wahrlich nicht umsonst lieb gewordene Vaterstadt zu verlassen, so daß von 25 — 30 Familien , die früher hier wohnten, nur noch 10 hier zu treffen sind. Erst im April 1841 gelang es, von der Negierung die wirkliche Besetzung einiger hier gebornen und erzogenen Israeliten zu erlangen. Eine bessere Stellung haben die Juden zu Bern, wo eine hochherzige Regierung ihnen mit den französtchen Bürgern gleiche Rechte ertheilt. Erfreulich ist's hier den ausgezeichneten Prof. Di'. Valentin aus Breslau zu treffen, den die Regierung vor mehreren Jahren an die dortige Hochschule berufen, und der nunmehr seiner Tüchtigkeit und seines liebevollen Wesens halber bei Bürgern und Studenten in hoher Achtung und Liebe steht. Endingen und Lengnau bilden das Ghetto der aargauischen Juden, die nirgends anders in den herrlichen Gauen an der Aar, Neuß und Limmat wohnen dürfen. Viermal sind die Juden mit einem Gesuche zu diesem Zwecke beim großen Rathe vergebens eingekommen. Doch haben wir gegründete Hoffnung, diesen Wunsch in Balde erfüllt zu sehen. Hingegen besitzen beide Ortschaften sehr gute jüdische Schulen, die vom Staate mit Gelde unterstützt werden. Steigen wir hinunter in die herrlichen Gauen Italic ns, so begegnen uns unter den verschiedenen Herrschern sehr verschiedene Zustände und Gesetzgebungen. In dem einen Staate herrschen die Grundsätze des Mittelalters, in dem andern die unsrer Zeit vor. Modena und der Kirchenstaat stehen in den