Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 98)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2609281-3184076--0098-3184205- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
das Jahr 1841. hi auszuübcn, und nicht allein ohne Weiteres ihm die Maaren wegzunehmen, sondern der arme Jude, der wohl nicht so lange warten kann, bis ein Käufer in den entlegensten Gegenden sich sehen läßt, muß noch einer polizeilichen Strafe unterliegen. Aber nicht blos wo es der Störung ihrer Geschäfte gilt, suchen die hiesigen Christen alle Mittel anzuwenden, um die Juden ihren Augen zu entziehen, selbst in ihrem allgemeinen Leben haben sie bei der Regierung auf alle mögliche Weise mit Hülfe erdichteter Lügen auszuwirken gesucht, keinen Juden am Sonntage und an ihren sonstigen Feiertagen in der Stadt zum Vorschein kommen zu lassen; wer aber ein Haar breit von dieser Vorschrift abweicht, unterliegt einer polizeilichen Verhaftung. Die hämische Bosheit hat es hier so weit getrieben, daß den Juden in der Abendzeit des Sommers — wenn zwischen aufgeblasenen Stutzern auch zerlumpte Bettler und niederes Gesindel sich ergehen — nicht einmal vergönnt ist, die öffentllchen Spaziergänge zu besuchen; und es jammert Einen in der Seele, einen Israeliten, im Fall, daß ihn sein Weg durch eine Allee führt, einen Nebenweg einschlagen zu sehen, um den Menschenfeinden, sich wohl bewußt, daß er ihnen ein Stachel im Auge sei, und den Hieben der Gerichtsdiener zu entgehen. Hingegen lassen es die dortigen Juden auch an Allem fehlen, was zur Besserung ihrer Lage führen könnte; weder direkt suchen sie durch Petitionen, Beschwerden re., zur rechten Zeit angebracht, einzuwirken; noch streben sie nach innerer Erhebung; eine daselbst eristirende gute Normalschule wird wenig besucht, sondern die Kinder in über 100 Chedarim verkrüppelt; die Handwerke sind ihnen verächtlich, und das frühe Heirathen erstickt das Gute im Keime; ein viele Jahre dauernder Zwist über die Nabbinenwahl und die lebhafteste Verketzerungssucht geben endlich dem Ganzen einen würdigen Abschluß. — Mögen es uns die Leser freundlichst Nachsehen, wenn wir sie jetzt wieder nach dem Süden führen, und aus die „ewigen Alpen" versetzen; sind es doch auch Freistaaten, und hegen sie gleichen Geist gegen die Israeliten, wie Krakau, soweit dies im Westen Emopa's möglich ist. Seit rem französischen Kaiser- 4