Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 87)
- Language
- German
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30 Rückblick auf mir dargestellt hat, liefern den Beweis, daß, wo Juden in einigen deutschen Staaten von dem bedauerlichen und unbilligen allgemeinen Gesetze , das für sie gilt, ausgenommen wurden, dies kraft besonderer Verträge und in Folge darauf begründeter Reklamationen derjenigen Staatsregierungen geschah, Denen diese Juden angehörten. Auf solche Weise erlangte, wie derselbe Redner anführte, die Pforte, daß ihre jüdischen Unterthanen in Oesterreich behandelt werden, wie alle übrigen Türken. Auf solche Weise haben alle Staaten des deutschen Zollvereins eine besondere Uebereinkunft zu Gunsten der Juden getroffen. Dies beweist zweierlei, daß das allgemeine Recht Sache der einzelnen Staaten ist und daß jeder Ausländer sich dem allgemeinen Recht unterwerfen muß, bis dasselbedurch besondere Verträge beschränkt wird. Daß es gerecht, daß es nützlich sei, Unterhandlungen anzuknüpfen, um in dieser Hinsicht eine Abänderung der ungerechten Gesetzgebung des einen oder des andern deutschen Staates zu erlangen, begreife ich, und ich glaube, Frankreichs Ehre und Interessen erheischen, daß zum Schutze seiner Unterthanen solche Verhandlungen unternommen werden. Allein so lange noch keine besondere Uebereinkunft besteht, kann man nicht fordern, daß die Franzosen von dem allgemeinen Recht ausgenommen werden sollen. Ich glaube daher, daß es passend ist, die Bittschrift an die Regierung zu verweisen, so lange aber das allgemeine Recht nicht durch einen specielten Vertrag, der ein besonderes Recht an die Stelle des allgemeinen Rechtes setzt, abgeändert worden ist, muß man das allgemeine Recht des Allslandes achten, wie wir verlangen, daß man das unsere achte." Es wurde dann über die Zuweisung der Bittschrift an den Minister abgestimmt und dieselbe beschlossen. Eine Deputation von Israeliten sprach den Herren Beaumont und Carnot für ihre Bemühungen ihren Dank aus. Eine Angelegenheit, die ferner noch viel Aufregung hervorbrachte, betraf den jüdischen Gottesacker zu Pari s. Die Sache verhält sich so. Im Jahre 1790 zählte man zu Paris nur 70 jüdische Familien, und diese kleine Gemeinde hatte einen kleinen Gottesacker in der Gemeinde Montrouge. Die Revolu-