Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1842-01-01 · 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842) · p. Seite 25

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
Date
1842-01-01
Page
Seite 25 (sequence 82)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2609281-3184076--0082-3184189
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

das Jahr 1841. 25 Hauswesen zu beschränken. Sie bekennen offen die Staatsreligion und es ist nirgends erwiesen, daß einige eingeborne Portugiesen fortgesetzt die Svnagogen besuchten, oder daß sie unter dem Vorwände von Handelsgeschäften ihre Sohne in die Fremde gesandt hätten, um im Gesetz ihrer Väter unterrichtet zu werden, sowie man sie bisweilen beschuldigt hat. Zum Ersatz gibt es hier fremde Juden, und diese werden geduldet. Jndeß sind sie nur in Lissabon in genügender Anzahl, um eine Gemeinde zu bilden, obschon auch in dieser Hauptstadt ihre Zahl 5 — 600 nicht übersteigt. Einige unter diesen und zwar die reichern, sind aus Gibraltar gekommen; sie sind von portugiesischem Ursprung, aber sie würden im Nothfall den Schutz und die Privilegien, deren in Portugal die Unterthanen Ihrer britischen Majestät theilhaftig sind, in Anspruch nehmen. Der größte Theil kommt aus Afrika, und fast alte diese tragen das Kostüm, das bei denBarbaresken gewöhnlich ist. Sie haben immerwährende Verbindungen und machen häufige Reisen nach Sale, Tanger, Mogador, Algier und Tripolis. Mit Ausnahme einer kleinen Anzahl Juden, welche türkische Pantoffeln machen, beschäftigen sich alle andern mit Tausch und Seehandel. Derjenige, den sie mit Marokko und der Barbarei treiben, wohin sie Getreide aus den Kolonien senden, und von wo sie Lack, Gummi, Felle und maroquirtes Leder erhalten, erhebt sich jährlich auf ohngefähr eine Million Francs, andere Juden, die aus Gibraltar gekommen sind, machen viel Geschäfte mit diesem Hafen, mit Kadir und ganz Spanien, selbst mit Indien und China. Es eristirt hier auch ein Haus von Marseiller Juden. Diese Juden haben wohlgeordnete Comptoire, Schiffe, die ihnen gehören, einer von denen, die seit langer Zeit in Lissabon etablirt sind, hat Handelsoperationen in die Millionen gemacht. Endlich zählt man seit 2 oder 3 Jahren ungefähr 50 Juden, die früher in Lissabon etablirt waren, und sich auf verschiedenen Punkten von Brasilien niedergelassen haben, wo gegenwärtig alte Religionen geduldet sind. Man versichert, daß diese neuen Auswanderer in Brasilien allesammt viel Glück gemacht; ihr Erfolg könnte andere Israeliten dahin ziehen. Einige 3

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.