Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 79)
- Language
- German
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22 Rückblick auf Alles ist hier sich selbst überlassen, bis auf die Kinder im zartesten Alter, die ihre dürftige Eristenz auf dem Boden verbringen, den zu beschmutzen sie beitragen. Die einzige Ausnahme macht der Sabbath, denn nur während dieser 24 Stunden herrscht etwas Reinlichkeit im Innern der Häuser, in den Anzügen und der Nahrung. Nicht im Geringsten hat aber hieran die Religion oder die Geburt schuld — wir allein sind die Urheber dieses Zustandes, die wir sie immer wieder zurückstoßen, wenn sie sich uns nahen, und einer schlechten Erziehung überlassen. Wie anders, als daß sie sich darum auf sich selbst zurückziehen, und unserm Stolze ihren Trotz entgegenstellen. Sie huldigen unserer Regierung, weil diese sie der Tyrannei der Mauren entzieht, aber nicht um der Civilisation willen, deren Genuß sie ihnen versagt. — Sie sind treue Beobachter des Sabbaths, der zahlreichen Feste, die sie mit Gebeten, Besuchen und Gastmählern verbringen. Um dieses zu bewerkstelligen, sieht man am Tage vorher die Jüdinnen die Pfandleihen bestürmen, um die wenigen werthvollen Gegenstände , die sie aus besserer Zeit gerettet haben, zu versilbern, ganz wie man es in Paris am Tage vor Weihnachten, dem Karneval und Ostern sieht. Doch muß man den Vorzug den Juden zugestehen, daß diese wenigstens die Früchte dessen zu Hause mit ihrer Familie verzehren, während der französische Arbeitsmann sie auswärts verjubelt. Diese ewige Armseligkeit bringt aber unter die Juden in ihre Häuslichkeit einen ewigen Unfrieden, dessen lärmende Aeußerungen man zu oft auf den Straßen vernimmt. — Die hiesigen Juden sind voller Aberglauben, glauben an Zauberei, und schreiben Unglückssälle meist der geheimen Macht irgend eines Neidischen zu. Hingegen haben die jüngeren Juden, die in den letzten 10 Jahren sich den Franzosen genähert, und mit einem großen Fonds von Verstand die europäischen Magazine, Etablissements überschwemmt, sich zu den Instrumenten der Advokaten, Notare, Huissters x , zu Dienern der Kaufleute, zu Ladenburschen x mit großer Gewandtheit gemacht haben , mit unserm Kostüm auch die ganze Liederlichkeit unsrer untern Stände angenommen. Es sind dies die einzigen Früchte, welche sie unsrer Civilisation verdanken,