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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1842-01-01 · 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842) · p. Seite 21

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
Date
1842-01-01
Page
Seite 21 (sequence 78)
Language
German
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das Jahr 1841. 21 den, der die Interessen der Familie und die Verwaltung der Güter wahr nimmt. So stehen sich Ln den Geistern der Muselmänner die tiefste Verachtung und das ungemessenste Vertrauen in Betreff der Juden gegenüber. Bei solchen Verhältnissen konnte daher nur eine tiefe materielle Benachtheiligung für die Juden aus der Besitzergreifung Algiers durch die Franzosen entstehen, wohingegen den Segen der Kultur und bürgerlicher Freiheit so schnell zu begreifen, die Masse nicht hoch genug stand. Die jüdische Bevölkerung Algiers ist daher schnell in tiefe Armuth gesunken, wozu kömmt, daß sich dieselbe seit 1830 fast verdoppelt hat, (nämlich von 6000 auf 10,000 stieg.) Schon kamen mehrere Verhungerungsfälle vor, schon wandten sich die Nabbinen Algiers in Bittschreiben an das Konsistorium zu Paris. Daß dabei die Juden vielmehr'geneigt sind, sich der französischen Bildung anzuschließen, als die Araber, bezeugt, daß 1839 die französischen Schulen von 238 Israeliten und die für die Eingebornen von 789, dagegen jene nur von 92 , diese von 400 Mauren besucht wurden. Und was hat nun die französische Negierung während eines zwölfjährigen Besitzes für sie gethan? Nichts, gar nichts. Weder die bürgerlichen noch die kirchlichen Verhältnisse sind festgestellt, sie hat keine Schulen gegründet oder unterstützt, sie hat das Gemeinde- und Armenwesen nicht geordnet, — Alles geht seinen Strich fort, wie es gehen will. Hören wir daher, was unparteiische Beobachter von der untern Masse der Juden in Algier sagen. Dringen wir, heißt es in dem Beuchte, in ihre Quartiere, so werden wir fast von einer miasmatischen Atmosphäre erstickt, hervorgebracht durch die außerordentliche Unreinlichkeit, in die sie versunken sind. Die Augen wenden sich von den Uebeln ab, mit denen sie behaftet sind, von Uebeln, die vurch die Vernachlässigung aller häuslichen Sorgfalt bewirkt sind, und die sie den Blicken der Vorübergehenden unter den Lumpen des Elends aussetzen. Man besuche das Innere ihrer Wohnungen, man stelle sich ein Zimmer von 10 — 15 Fuß Länge, 5 — 7 Fuß Breite vor, die zwei oder drei Wirthschasten enthalten; Nichts gleicht der Unordnung , die man hier findet;

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