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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1842-01-01 · 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842) · p. Seite 20

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
Date
1842-01-01
Page
Seite 20 (sequence 77)
Language
German
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20 Rückblick auf wurde mit der Bastonnade und mit Geld geahndet. Stärkere Vckeidigungen wurden mit sofortigem Tode bestraft, der nach der Laune d^s beleidigten Muselmannes vollstreckt ward. Hingegen der Muselmann wurde nur mit einer Geldstrafe an die Regierung oder an die Eltern des Opfers belegt, die den Namen Blutpreis führte. Die Janitscharen, die oft solche Missethaten begingen, kauften sie mit anderthalb Pfund Tabak ab, die sie in die Magazine des Staates lieferten! — Außerdem unterlagen sie einer Personalsteuer, die in der Summe von 28,000 Boudjour monatlich, die sie wöchentlich mit einem Viertel bezahlten, bestand. Jeden Montag Abends, vor Sonnenuntergang, trug das Oberhaupt der Gemeinde, den man „Judenkönig" nannte, nach der Janina oder Kasbach die Summe von 7000 Boudjour, und lieferte sie in die Hand des Pascha, der persönlich für die Steuer einstand, und die Steuer nach dem Vermögen des Einzelnen vertheilte. So hatten sie eine jährliche Last von 336,000 Boudjour zu tragen, und dies die Juden der Stadt Algier allein, die anderen Gemeinden hatten ähnliche nach Verhältniß ihrer Seelenzahl. Trotzdem, und bei aller Antipathie aller arabischen Muselmänner gegen die Juden, haben jene zu diesen dennoch ein ungeheures Zutrauen. Da nämlich der Koran alle Zinsnehmung verbietet, und so der wahre Gläubige nur im Handel Nutzen aus seinem Gelde ziehen kann, die Meisten aber keine Lust zum Handel empfinden: so suchen sie sich einen Juden auf, dem sie ihre Fonds anvertrauen, und dafür einen Theil des Gewinns aus seinen Geschäften ziehen. Eben so zeigte sich das Vertrauen zu ihnen darin, daß sie die Schatzmeister des Dey waren, und die „Diamanten der Krone" in Verwahrung hatten; sie zahlten den Sold den regelmäßigen Truppen aus, und waren in vielen großen maurischen Häusern das Faktotum, so daß Nichts, ohne ihre Meinung zu befragen, geschah. Die Dolmetscher des Dey waren Juden, und die Staatsgeheimnisse gingen durch ihren Mund, um zu den Ohren der europäischen Konsuln und Gesandten zu gelangen. Selbst jetzt, wo noch ein gutes muselmännisches Haus besteht, ist auch ein Jude vorhan-

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