Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 334)
- Language
- German
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299 deulung diese Solennität, die in ihrer Art einzig und noch nie dagewesen, einen wichtigen Moment des Fortschrittes inaugurkren dürfte. Bezeichnend ist es immerhin, daß dem Comit6 von den maßgebenden Persönlichkeiten der Dank für seine ganze Thätigkeit wie für die Veranstaltung dieser Feier Ln einer Weise ausgesprochen wurde, die ihm die UeberzZugung beibrachte, daß es nicht vergeblich gewirkt habe. Große Verdienste um die ganze Sache hatte aber vorzugsweise der Obmann dieses Comitä'S Herr A. Neustadt. <’ Am 20. März 1867 gelangte^ folgende Zuschrift herab. C. K. N. 482. K. k. Armee-Ober-Kommando. Sr. k. k. -apostolische Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 25. Februar 1867 in Anerkennung der nachträglich zur Allerhöchsten Kenntniß gebrachten, hervorragenden Verdienste anläßlich der vorjährigen KriegSereigniffe den Mitgliedern des HLlfSeomitös für iSr. Soldaten die Allerhöchste Zufriedenheit auszusprechen geruhet. Es gereicht mir zum wahren Vergnügen diese huldvolle Anerkennung hiermit zum Ausdrucke zu bringen, m. p. Erzherzog Atbrecht. Ueberdieß wurde dem sehr vortrefflichen und verdienstvollen Obmann Herrn Neustadt, sowie dessen eifrigem Stellvertreter Herrn E. Baumgartner das goldene Verdienstkreuz mit der Krone ertheilt. So lehrreich inzwischen die KriegSereigniffe hätten werden können, so konnte doch gegenüber der Sistirung aller Verfassung an eine durchgreifende Reform in Angelegenheit der Konfessionen nicht gedacht werden, und hat sich daher in Bezug auf die politische und soziale Stellung der Juden in Oesterreich fast gar nichts verändert, -is das Ministerium Belcredi einem neuen liberalen Regime Platz machte. Der Chronist hat im Ganzen etwa Folgendes zu verzeichnen : Durch ein Misverständniß wäre bald die Organisation eines eigenen jüdischen Bataillons zu Stande gekommen, wenn die Behörden nicht frühzeitig durch den Wiener Kultusvorstand auf die Jnconvenienz, die darin läge, aufmerksam gemacht worden wären. Die Intention des Wiener Gemeinderathes, ein vom konfessionellen Zwange freies Pädagogium zu errichten, scheiterte an dem Widerstande des katholischen Klerus. In Czechien wurden neue Juden-