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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1868-01-01 · Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868) · p. Seite 298

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 298 (sequence 333)
Language
German
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— 298 — Comitö's während der jüngsten Zeit. Es freuet mich, daß Sie diese schöne Feier veranstalten." Am 15. d. M. wurde schon um 3 Uhr Nachmittags die Straße, in der der Tempel stehet, von Militär und berittener Polizei besetzt, und um 5 Uhr das große Synagogenthor eröffnet. Vs fluthete die Menschenmenge herbei, daß der Empfang und die Zuweisung von Plätzen fast nicht mehr möglich war. Zn der Vorhalle wurde die Mannschaft postirt, die offiziell dem Gottesdienste beizuwohnen hatte, Ln dem Gange zwischen den Sitzreihen Pflanzten sich die Chargen auf. um zum Kadischgebete bis zur Estrade vorzurücken, damit der fungirende Feldprediger an ihrer Spitze das Gebet verrichte. Zm rechten Mittelschiffe nahmen Offiziere aller Waffengattungen und verschiedenen Ranges ihren Platz, im linken Mittelschiffe die Zivilautoritäten und Honoratioren, die Säulengange waren von Damen besetzt und die beiden Gallerien von verschiedenen geladenen Gästen. Die beiden Hauptlogen waren für die jüdischen Geistlichen, die Vertreter der Gemeinde und die höhern Würdenträger des Mllitär- und Zivilstandes reservirt. Die Versammlung war eine sehr glänzende und waren unter den Gästen mehrere Feldmarschall - Lieutenants wie der Kommandirende von Hartung, die Generale Roßbach, Schuster, Kirchbach und mehrere andere, viele Oberste und Stabsoffiziere bemerkbar, ferner Sr. Erellenz der Statthalter Graf von Chorinski, der Polizei-Direktor Hofrath von Strohbach, der Herr Bürgermeister der Stadt Wien, der vormalige Minister von Pratobevera, das ganze Kollegium des patriotischen Vereines und eine Schar hervorragender Honoratioren, höherer Minifterial-, Statthalterei- und verschiedener Regierungsräthe. Die Feier wurde mit einem Choral, von Profeffor Sutzer gedichtet, eröffnet. Hiernach betrat Dr. Jellinek die Kanzel und knüpfte an 2. Samuel 2, 19. „Wie sind sie gefallen die Helden" die ausgezeichnete Festrede an, die sich den originellen Schöpfungen dieses Kanzelhelden würdig anreihet. Damit schloß diese denkwürdige Feier, welche in der Geschichte unserer Lithurgie ein glänzendes Blatt einzunehmen bestimmt ist. Denkenden Lesern brauchen wir kaum zu sagen, von welcher Be-

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