Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 285 (sequence 320)
- Language
- German
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— 285 — und ist daher immer berauscht.— Einem jungen hübschen Manne wird ein Mädchen zur Ehe vorgeschlagen. Wie alt ist sie? Sie besitzt 40000 fl. antwortet ausweichend der Schadchan. Aber wie alt? Sie ist sehr gebildet, häuslich, tugendhaft. Aber wie alt? „Nun denn 32 Jahre, sagt der' Schadchan." Wenn ich schon 32 Jahre erheiraten soll, so nehme ich lieber zwei Mädchen ö 16 Jahr, macht auch 32, entscheidet der hoffnungsvolle Jüngling. — Einem Vater schlägt man für seinen Sohn eine Partie vor. Das Mädchen, sagt der Schadchan,, ist fromm, tugendhaft, gebildet, wohlthätig, sanft, fleißig, arbeitsam." — Sehr güt, antwortet der Vater, das sind Vorzüge, die auf dem Leichenstein in der Grabschrift zu ver--" wenden sind. Wie aber stehet es mit Geld und Schönheit, die im Leben gelten? Ein Vater hat eine bucklige Tochter und kann sie schwer unter die Haube bringen. Ein Schadchan aber hat aber einen jungen Mann ausgegattert, der sich zur Verbindung geneigt erwies. Der Schadchan rückt zuerst mit dem Fehler des Brautwerbers heraus; es sei nämlich dieser ein wenig närrisch. — „Das thuet nichts," erwidert der Brautvater, „meine Tochter ist auch nicht sehr geistreich." „Der Bräutigam ist übrigens/ gelehrt, sehr reich, schön und besitzt ein einträgliches Gut." — „So!" ruft der Brautvater, „dann gebe ich ihnt meine Tochter nicht, denn wenn er bei so vielen Vorzügen sie dennoch heiraten will, so ist er nicht ein wenig närrisch, sondern total wahnsinnig." ■ Schließen wir dieses Capitel mit einigen berühmten Frauen.