Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 318)
- Language
- German
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- 283 — Der Tiruz ist ein Dochek heißt hier: Noth ist die Antwort). Man machte ihm Borwürfe, daß er 'den Mädchen nachjage. Da ist leicht geholfen, sagte er; sie sollen stehen bleiben, so werde ich ihnen nicht nachlaufen. — Ein Prediger fragte ihn, was die Leute von seiner letzten Predigt urtheilen. „Die Meinungen," sagte Mayer, „sind getheilt. Einigen gefiel zwar Ihre Predigt schlecht, den andern sehr schlecht." Der Mann mußte sich durch Lektionen ernähren, war aber in der Regel sehr nachlässig und unpünktlich. „Warten Sie hier vor dem Thore auf mich," sagte er zu einem ihn begleitenden Freunde. „In 5 — 6 Minuten bin ich wieder da, ich habe in diesem Hause nur eine Stunde zu geben." Ein geistreicher wenn auch menschenfeindlicher Spruch von ihm ist: Wer eine zweite Frau nimmt, ist das Glück nicht wert, daß ihm die erste gestorben ist. — Sehr arg war er auf mährische Juden zu sprechen. Nun war in Mähren ein reicher Mann gestorben und. Mayer durch Vermittlung eines in Prag lebenden Anverwandten mit der Abfassung der Grabschrist beauftragt. Der Verwandte überreichte dem Dichter ein überraschend glänzendes Honorar und fragte : Nun werden sie noch auf die Mährer schimpfen? Sind die Böhmen solcher Freigiebigkeit fähig? — Ach glauben Sie mir, erwidert Mayer, ich sagte es immer, daß mir lieber sei, es sterbe ein reicher Mährer, als ein armer Böhme. Als man ihm in seinen Werken hie und da Jrrthümer nachwies, sagte er: Ich schrieb immer nur, um nicht zu sterben, nicht aber um mich unsterblich zu machen.. In den Bußetagen