Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 282 (sequence 317)
- Language
- German
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282 — ihm kursiven sehr viele vortreffliche Witze, von denen wir einige hier anführen: Er sagte zu seiner Frau: Du bist mein Leben, aber mir ist'das Leben zuwider. Seine nebenbei gesagt, häßliche Gattin beklagt sich, daß sie sich Vorhänge machen inüsse, weil die vis-ä vis wohnenden Studenten ihr in die Stube sehen können. „Laß' sie in Gottes Namen hereinsehen, dann werden sie daran denken sich drüben Vorhänge zu Machen. Er hatte im Vereine Mit einem bekannten gelehrten Buchdrucker und Schriftsteller einen Commentar zur Bibel herausgegeben, worin sich nicht wenige Schnitzer fanden. W. M. gab seinem Mitarbeiter, dem Buchdrucker, die Schuld und sagte : Ja das „Typische" ist seine Sache. (Tippesch, ein hebräisches Wort, häufiger noch im Chaldäischen und Rabbi- Nischen vorkommend, heißt soviel als Dumm.. „Tippisches" im Jargons gleich Dummheit.) Er äußerte, der Bierwirt Thomas, zu dem er jeden Tag einige Male ging, wäre der einzige Mensch, bei dem er Hoch angeschrieben stehet. — So gerne er den geistigen Getränken zusprach, mußte er doch oft aus Noth (denn es mangelten ihm oft die zwei Groschen) Wasser trinken. Warum trinken Sie Wasser? fragte ihn jemand. „Der Tiruz," antwortete M. im Järgone, „ist ein Dochek" (der Calenbourg ist nur aus den Technizismen der talmudischen Disputanten zu verstehen. Tiruz, Erledigung, ist die Vertheidigung einer These gegen die vom Gegner erhobenen Einwürfe und Fragen, daher überhaupt so viel als Antwort. Eine gezwungene, gekünstelte, in der Nothwehr des Kampfes erfundene Antwort ist ein Dochek, wörtlich Noth.