Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 281 (sequence 316)
- Language
- German
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deutscher Sprache und wo er mich zu loben Anlaß findet, redet er lateinisch. Gei einer Hochzeit , saß er neben dem reichen Joachim Popper, und warnt ihn mehrmals vor dem Genüsse gewisser Speisen. Dr. Kisch , Poppers Ordinarius (derselbe der in Berlin ° mit Mendelssohn Latein lernte), ruft ihm zu: Poppers Diät gehet Sie gar nichts an, es ist mein Patient. Darum, erwidert Jeiteles, warne ich ihn, denn wird er krank, trägt es mir nichts ein. Rabbi Baruch Jeiteles starb 1813, ein Opfer seines menschenfreundlichen Eifers und seiner Hingebung, . in den Kriegsspitälern. Seine geistreichen Dikta sind meistens ernster Natur, nur folgendes Scherzwort ist uns von ihm bekannt. S. L. K., eine bekannte Persönlichkeit, später Kreisrabbiner, zeigte seine Vielseitigkeit, indem er am 1. Neujahrstage Schofar blies, am 2. den Vorbeter machte und noch überdieß Nachmittags einen Vortrag hielt. Jeiteles sagte: Nun hat der Mann von allen Kategorien geistiger Produktion ein Spezi men gegeben: Das Schofarblasen heißt im Talmud: eine mechanische Fertigkeit ohne rationelle Begründung, das Vorbeten erfordert dagegen ebenfalls nach dem Talmud nur Verständniß aber nicht auch eine mechanische Fertigkeit. Hat der gute Mann nun blasend eine Geschicklichkeit des Verständnisses bar, vorbetend ein Verständniß der Geschicklichkeit ledig bewiesen, so zeigt er in seinem Vortrage endlich auch ein Produkt, ohne Verstand und ohne Fertigkeit zu Wege gebracht. Einer der glänzendsten Köpfe war der als Hebraist und Grammatiker besonders bekannte Wolf Mayer oder nach seinem Geburtsorte Wolf Klattau genannt. Von