Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 280 (sequence 315)
- Language
- German
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— 280 — tet Papa Fiacre, „wir fahren erst noch in das Gäßchen (irgend eine Anmerkung des Glossators) da hinein." Nach einem Brande , der mehrere Häuser eingeäschert hatte, tröstete der Prediger die Gemeinde und wies sie an, sich in den Willen Gottes zu fügen. „Was Gott thuet, ist wohlgethan, denn Gott ist allgerecht." — „Nun ja," rief Leserl, „gebt Ihm noch recht, zündet er morgen ganz Prag an." Ein junger Ehemann kommt spät zur Morgenandacht, Leserl sagt: Ja! ja er kommt vor Ahaba rabba (Anfang eines Gebetstückes, die zwei Wörter bedeuten so viel wie innige Liebe) nicht aus dem Bette. Zwei sehr interessante Figuren waren in der Prager Iudengemeinde der sehr tüchtige Arzt Dr. Jonas Jeiteles und dessen Sohn Rabbi Baruch Jeiteles, ein eleganter, reicher und sehr scharfsinniger Rabbiner, der noch überdieß ein berühmt schöner Mann war. Es haben sich von beiden viel geistreiche Dikta erhalten: Dr. Jeiteles wird am Morgen des ersten Pessachtages dringend zu einem sehr alten Mann gerufen. Aber es ist nichts mehr zu machen, der Mann starb an Altersschwäche. Was ist die Ursache seines Todes? fragte man den Doktor. Der Mann hat, wenn auch nicht gestern, doch überhaupt zu viel Osterbrod gegessen. — Einst hatte er in einem Hause ein. Konzilium mit dem berühmten Baron Dr. Maknefen. Der Baron, zufällig üblen Humors, macht den Dr. Jeiteles über einen angeblichen Mißgriff in der Diagnose fürchterlich herunter. Dr. Jeiteles drehet sich um und sagt zu den Leuten im Jargon: Hole der Teufel diesen Brummbär. Herunterputzen thuet er mich in