Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 276 (sequence 311)
- Language
- German
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276 daran, wie die Welt von uns nach unserem Tode sprechen wird. Sterbe ich, so wird man sagen: Ein frommer, gelehrter Mann war er , aber was hat er hinterlassen? Weib und Kinder in bitterer Armuth. Was ist von ihm zurückgeblieben? Des Elends und des Mangels „Kränke" (Krankheit nach dem Sprachgebrauche des Jargons gleichbedeutend mit Null). Sterbt aber Ihr dereinst, so wird die Welt sagen: Millionen hat der Mann hinterlassen. Für jedes Kind ist ein stolzer Palast zurückgeblieben. Was aber hat er mitgenommen von all seinem Reichthume? Die „Kränke." — Nun also, wenn ich die KränMhier lasse nnd Ih? die Kränke mitnehmet, wer von uns wird drüben Fisch essen? — Eine andere ganz vortreffliche Parabel, die mit dem Homonym die „Kränke" spielt, ist folgende: Der berühmte Rabbiner R. Wolf BoSkowitz war bei seiner Gemeinde um Theuerungszulage eingeschritten, und glaubte die günstige Entscheidung dadurch sicher zu stellen, daß er jedes Mitglied deS> Vorstandes noch vor der zu diesem Zwecke einberufenen Plenarversammlung, für die Gewährung seiner Bitte zu gewinnen suchte. Jedes Mitglied sagte seine Stimme zu unter dem Vorbehalte, daß seine Kollegen nichts dawider haben würden. Bei der Sitzung stimmten nun alle Vorsteher im Prinzips überein, konnten aber doch über die Modalitäten zu keinem Majoritätsbeschluß gelangen, und beschieden endlich ablehnend. Der Rabbiner erzählte Ihnen darauf folgende Parabel, welche die in fast allen Parlamenten gemachte Wahrnehmung veranschaulicht, wie jeder einzelne Stimmberechtigte ein leidlich vernünftiger Mann sein könne