Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 301)
- Language
- German
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266 lemma verweigert wird: Warst du innerlich bei dem Tode deiner Frau so ruhig, daß dir die Leichenrede gut ge« rathen konnte, so werde ich mich hüten, dir die zweite Tochter anzuvertrauen — oder hast du vielleicht die Leichenrede schon längst fertig und in Bereitschaft gehabt, so kriegst meine andere Tochter gewiß nicht. Eine andere Reihe von Neckereien entstehen zwischen eingebornen Deutschen und wandernden polnischen Juden, welchen Letzteren man Trunkenheit, Bettelei und Unreinlichkeit zum Vorwurfe macht, wogegen der Pole den Deutschen des Mangels an Geistreichheit beschuldigt. Diese Neckereien bieten vortreffliche Pointen: Wie werden die Polen Trunkenbolde? In seiner Heimat .gewöhnt er sich daran in jeder Nacht ein Gläschen Branntwein um zwei Kreuzer zu trinken, kommt dann nach Deutschland und will, um seiner Gewohnheit treu zu bleiben, sein Gläschen leeren. Aber sieh da, in Deutschland ist der Branntwein theurer und dieselbe Portion kostet zwei Groschen. Reist er nun nach Polen wieder zurück, so ist er schon gewohnt, um zwei Groschen Branntwein zu trinken, bekommt aber für diesen Betrag schon. eine ganze Flasche, und so macht ihn die Gewohnheit, bald nach dem Maße, bald nach dem Preise zu trinken, ohne seinen Willen zum Säufer. Dagegen erfindet der Pole folgende Persiflage des deutschen Talmudstudiums: Der Deutsche will Gemara lernen und dabei recht witzig sein. Er schlägt die Folianten auf und liest: „Wenn der Ochs des Rüben den Ochs des Simon gestoßen hat." — Halt, ruft der Deutsche, pfiffig sein wollend: Wie