Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 300)
- Language
- German
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265 der in der Fremde so strenge wie zu Hause lebte. Jemand, der die Verhältnisse genau kannte, rief dem Prediger zu: Ja! ja dieser Bibelvers, ich weiß es, wird zitirt in dem bekannten Gebetstücke, das mit den Worten „Wsjitbsll leeho.“ (Er gibt Dir) beginnt. -- Warum sagte ein anderer, nehmen unsere Prediger am liebsten aus dem Midrasch ihren Text, warum nicht so aus der Bibel, der Gemara, den Tosephot, dem Rambum? Das wird aus den stehenden Zitirungsformeln klar. Man sagt: In der Bibel stehet, in der Gemara kommt vor, der Rambum entscheidet, Tosephot sagen, nur der Midrasch bringt. Zwei Juden bewundern die Geschicklichkeit eines Kutschers, der auf einem engen Platze den Wagen lenkt und umwendet. Das ist noch nichts, sagt ein Dritter — da solltet Ihr unseren Prediger sehen, der wendet Euch auf einen Thaler um! In Prag waren zwei Rabbinatsassessoren, die beide Samuel hießen , der erste sanften, der zweite zornmütigen Charakters. Siehst du, sagt ein Bonmotist, der eine ist Schmuel Alef, der andere Schmuel Bös. (Das erste Buch Samuel hebräisch Samuel Alef, das zweite Buch hebräisch Schmuel beth ausgesprochen bess.) Jemand zeigte dem Prediger, um ihm anzudeuten, daß es spät wird und die Predigt schon zulange währe, die Uhr. Der Prediger erwiedert, ohne sich aus der Fassung bringen zu lassen: „Die Uhr ist schön, aber der Zeiger taugt nichts." — Ein Prediger hatte seiner Frau eine vortreffliche Leichenrede gehalten. Nach einiger Zeit hält er um die andere Schwester an, die ihm jedoch vom Schwiegervater mit folgendem Di-